Aichach    

Kommt die kleine Kulturlösung?

Aichach – Die Kulturhalle für Aichach wird wohl noch lange ein Wunsch bleiben. Eine kleine, zeitlich befristete Lösung könnte es aber geben. Das ehemalige San-Depot an der Donauwörther Straße ist spätestens seit den sehr gelungenen Ausstellungen zum Kunstpreis als Standort für Kultur und Kunst im Gespräch. Nun suchen Kulturschaffende in Aichach zusammen mit der Stadt nach Realisierungsmöglichkeiten.


<p>Kommt die kleine Kulturlösung? </p>

Ein Ort für Kultur, Kunst und mehr: Das ehemalige San-Depot an der Donauwörther Straße hat sich spätestens seit der Kunstpreis-Verleihung 2011 (Foto) als reizvoller Veranstaltungsort entpuppt. Kunstverein, Volkstheater und IG Rock denken über eine gemeinsame Nutzung nach, Bürgermeister Klaus Habermann kann sich eine zeitlich befristete „kleine“ Lösung ebenfalls vorstellen. Archivfoto: Berndt Herrmann


Räume in unterschiedlicher Größe, zentrale Lage, und seit es den „Grünzug Paar“ gibt ein attraktives Außengelände: In vielerlei Hinsicht könnten die alten Hallen tatsächlich eine Heimat für Ausstellungen, Lesungen, Theateraufführungen, Konzerte und Perfomances sein. Die Kunstpreis-Ausstellungen 2011 und 2012 haben gezeigt, welches Potenzial in dem Gelände, das mitten in Aichach im Dornröschenschlaf liegt, steckt. Verantwortliche des Kunstvereins haben sich mit der IG Rock und dem Aichacher Volkstheater zusammengesetzt und über eine gemeinsame Nutzung nachgedacht.

Das Interesse sei auf allen Seiten da, resümiert Jakob Steinberger, stellvertretender Vorsitzender des Kunstvereins, und ein konkretes Projekt gibt es schon: Am letzten Wochenende der Sommerferien will man bei einem Fest das Gebäude und das Außengelände einer größeren Öffentlichkeit vorstellen und die Möglichkeiten einer Nutzung andeuten. Klar ist den drei Vereinen aber auch: Es kann nur eine „Minimal-Nutzung“ geben. So könnten sich die Vereine vorstellen, nur den kleineren Vorraum, der Platz für maximal etwa 150 Personen hätte, zu nutzen und die notwendigsten Investitionen in Sicherheit und Sanitäranlagen zu machen.

Zunächst steht aber ein weiteres Gespräch mit Bürgermeister Klaus Habermann an. Der steht den Überlegungen grundsätzlich positiv gegenüber, solange es bei einer zeitlich befristeten und kleinen Lösung bleibt und das allen Beteiligten klar ist. Denn aus Sicht von Habermann gibt es nicht ein, sondern viele große „Aber“: Eine dauerhafte Nutzung der alten Hallen ist unmöglich, größere Investitionen ebenso. Dazu kommen Probleme mit Lärm, beim Brandschutz und Parkplätzen, wenn größere Veranstaltungen durchgeführt werden sollten. Die Heizung ist alt und schwach, und eine neue würde nur sinnvoll sein, wenn gleichzeitig das Gebäude gedämmt wird – und das kostet wieder zuviel.

Habermann stellt deshalb klar: „Eine Stadt- oder Kulturhalle wird das San-Depot nie werden.“ Kleine, befristete Lösungen für überschaubare Veranstaltungen hält aber auch er für möglich und sinnvoll – und hat dafür sogar eventuell einen Sponsor an der Hand, wie er der AICHACHER ZEITUNG verriet.

Eine mögliche große Lösung wird noch lange dauern, aber sie existiert zumindest als Vision. Laut Habermann sieht die Stadtentwicklungsplanung vor, das ehemalige Neusa-Gelände mit Juze und Vereinszentrum langfristig in Wohnbebauung umzuwandeln. Aus dem Erlös könnte man dann auf dem San-Depot eine richtige Kulturhalle bauen. Das ist aber, wie gesagt, eine Vision, von der niemand weiß, wann sie umgesetzt werden wird.

Neben den Gesprächen und den Überlegungen für die kleine Lösung plant der Kunstverein für dieses Jahr zwei Ausstellungen auf dem San-Gelände: Im Sommer steht wieder der Kunstpreis an, im Herbst will man eine Preisträger-Ausstellung machen.

Alle Gewinner des Aichacher Kunstpreises werden zu einer Gemeinschaftsausstellung eingeladen. Dann weiß man vielleicht auch, wie es zumindest in den nächsten Jahren mit dem San-Depot und den Räumen für die Aichacher Kultur in naher Zukunft weitergehen kann.

Von Berndt Herrmann


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Veröffentlicht am 17.02.2013 16:53 Uhr