Aichach    

Alle Bewohner infiziert

Aichach - Ende vergangene Woche sank der Inzidenzwert im Landkreis auf 135,2, am Sonntag kletterte er wieder auf 182,7, heute sind es 181,2. Nachdem vor einigen Wochen ein Ausbruch in der großen Meringer Ankerdependance für Geflüchtete Besorgnis erregte, ist es jetzt ein Ausbruch in Pöttmes. Dort leben drei Familien mit 13 Personen in einem Gebäude für Asylbewerber. Alle 13 sind infiziert. In der Mühlhausener Asylunterkunft wurde ein Erwachsener positiv getestet, sieben enge Kontaktpersonen sind in Quarantäne.


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Das Haus an der Paar steht unter Quarantäne. Foto: Erich Hoffmann


Im Haus an der Paar in Aichach lag Ende der Woche das Ergebnis vom zweiten Reihentest vor. Ein dritter folgt diese Woche. 83 Bewohner und 43 Mitarbeiter wurden untersucht. Wie berichtet, ist kein Mitarbeiter positiv, zuletzt waren es jedoch 18 Bewohner. Unter Quarantäne stehen nun allerdings alle Senioren - entweder als positiv Getestete oder enge Kontaktpersonen. Nur die Mitarbeiter unter strengsten Hygienemaßnahmen dürfen ins Heim sowie Personen zur medizinischen Versorgung, erklärt der Pressesprecher des Landratsamts, Wolfgang Müller. Im Haus wurden drei Bereiche eingerichtet, sogenannte Isolierstationen. Sie gliedern sich in Bereiche für positiv Getestete, Kontaktpersonen mit Symptomen und Kontaktpersonen ohne.
Im Aichacher Heilig-Geist-Spital, ist ein weiterer Todesfall zu beklagen. In diesem Herbst ist es dort der elfte im Zusammenhang mit Corona. Heute wird im Spital eine weitere Reihentestung vorgenommen. Deren Ergebnisse werden darüber Aufschluss geben, ob die Maßnahmen, die dort zur Bekämpfung des Virus getroffen wurden, wirken. Der Landkreis betrauert im Zusammenhang mit Corona seit März 35 Todesfälle. 67 Todesfälle sind es im Kreis Dachau; in der Karlsfelder Senioreneinrichtung sind in den vergangenen Tagen zwei weitere Heimbewohner verstorben, die Zahl der Toten dort erhöht sich somit auf 27.
In der Pöttmeser Familienunterkunft erkrankte zunächst eine Person an Corona und wurde umgehend zur Quarantäne in eine andere Unterkunft verlegt. Danach folgte die Testung der anderen Bewohner des Pöttmeser Hauses. Das Ergebnis: Alle sind positiv. Der zunächst separierte Erkrankte konnte zu seiner Familie zurückkehren.
Für die Pöttmeser Unterkunft gilt nun Quarantäne. Die Bewohner dürfen sie nicht verlassen. Um Corona vorzubeugen, so Wolfgang Müller, achte man ohnehin verstärkt darauf, die Unterkünfte "locker" zu belegen. In Pöttmes hat jede Familie ihr eigenes Zimmer. Bad und Küche sowie Gemeinschaftsraum teilt man sich. Es darf sich nur eine bestimmte Zahl Personen gleichzeitig drin aufhalten. Außerhalb des eigenen Zimmers gilt Maskenpflicht. Die Geflüchteten werden in ihren Muttersprachen über Hygienemaßnahmen instruiert.

Von Monika Grunert Glas



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Veröffentlicht am 30.11.2020 17:04 Uhr