Aichach    

Hilfestellung für ein attraktiveres Stadtbild

Aichach - Was macht den Aichacher aus? Welcher Menschenschlag hat sich die Jahrhunderte hindurch in der Paarstadt entwickelt? Darüber lässt sich vermutlich trefflich diskutieren, ohne eine abschließende Antwort zu erhalten. Im Falle der Architektur ist die Sache einfacher. Diplom-Ingenieurin Alexandra Franzke vom Büro "Schirmer Architekten und Stadtplaner" aus Würzburg hat in den vergangenen Jahren die Dächer, Fenster, Gebäudeproportionen, die Fassaden und Gärten in Aichach genau unter die Lupe genommen. Das Ergebnis dieses Architekturstudiums am lebenden Objekt liegt nun in Form eines Gestaltungshandbuchs vor.


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Stolz konnte Alexandra Franzke (Mitte) das fertige Gestaltungshandbuch für die Innenstadt präsentieren. Mit ihr freuten sich darüber (von links) Bürgermeister Klaus Habermann, Ulrich Egger, Michael Thalhofer und Marianne Bahmer. Fotos: Thomas Winter


Das 75 Seiten umfassende Büchlein mit vielen Abbildungen und Detailansichten der Innenstadt ist ab sofort kostenfrei im Bauamt erhältlich. Darüber hinaus vermittelt das Amt Beratungsgespräche mit Gestaltungsexpertin Alexandra Franzke.
Das Handbuch dient, wie Bürgermeister Klaus Habermann bei der Präsentation mehrfach betonte, lediglich als Hilfestellung. "Es ist eine Empfehlung, keine Satzung", stellte das Stadtoberhaupt klar - auch in Hinblick auf die kontroversen Diskussionen im Stadtrat, wo unter anderem bemängelt wurde, das Gestaltungshandbuch stelle eine Art Gängelung dar. Dies sei aber keineswegs der Fall, es gehe um ein Kann, kein Muss, so Habermann.
Wie bereits mehrfach berichtet, soll das Gestaltungshandbuch mithelfen, Aichachs bisher ausschließlich auf öffentlichen Raum beschränkte Stadtentwicklungsplanung auch auf Privatobjekte zu übertragen. Ziel ist es, das Stadtbild attraktiver zu gestalten, und damit die Innenstadt zu stärken und zu beleben.
Denn klar ist: Das Thema Stadtgestaltung endet nicht an der Gehsteigkante. Insbesondere Hausfassaden, Fenster und Dächer sowie Balkone oder auch Schaufenstergestaltungen und private Freiflächen tragen zum Gesamtbild einer Stadt bei. Will man die bauliche Identität einer Kommune bewahren, speziell historische Bausubstanz erhalten, müssen also auch Privatleute mitziehen.
Die von Diplom-Ingenieurin Alexandra Franzke zusammengetragenen Beispiele sollen Hausherren als Orientierung dienen - bei einer bevorstehenden Renovierung, bei Neubauten oder einfach nur, wenn die Fassade einen frischen Anstrich benötigt oder die Fenster ersetzt werden müssen.
Bereits kleine Veränderungen könnten das Gesamtbild entscheidend verändern, erklärte Franzke im Beisein der Bauamtsmitarbeiter Marianne Bahmer, Ulrich Egger und Michael Thalhofer. Manchmal reiche schon ein anderer Farbton oder Firmenschriftzug, und schon füge sich das Gebäude besser in die Umgebung ein. Das sorge insgesamt für eine Aufwertung.
Angedacht sei auch ein kommunales Förderprogramm, ähnlich wie in Nördlingen oder Leipheim, erklärte Aichachs Bürgermeister Klaus Habermann. Damit könnte man Hausbesitzern die Entscheidung einfacher machen, wenn sie etwa eine Teilsanierung ins Auge fassen und Mehrkosten abwägen müssen.



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Veröffentlicht am 20.11.2020 17:38 Uhr