Aichach    

Filmwoche mit den "drei V"

Nachdem am Samstag Hans-Jürgen Buchner (Haindling) von der Leinwand gegrüßt hatte, die Besucher mit Jospeh Vilsmaier über Bayern geflogen waren, und bevor mit La Grande Bellezza, einer Liebeserklärung an Rom, die Filmwoche Aichach endete, zogen die Veranstalter Bilanz. Die fiel positiv aus, zumal angesichts der Umstände. Aber Rotary-Präsident Stefan Lesny, sein Vorgänger Dr. Gerhard Lehrberger wie auch Kino-Chef Werner Rusch waren sich einig, dass es dabei weniger um die Zahlen ging.


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Zogen eine positive Bilanz zum Abschluss der Filmwoche: (von links) Wolfgang Fuchs, Bürgermeister Klaus Habermann, Claus Huber, Renate Dendorfer-Ditges (Rotary Governor District 1841), Stefan Lesny (Rotay-Club-Präsident Schrobenhausen-Aichach), das Ehepaar Helga und Werner Rusch, Rainer Lipczinsky (Rotary Governor District 1841 ab Juli 2021) und Gerhard Lehrberger. Foto: Alice Lauria


Erst Anfang September war der endgültige Beschluss gefallen, das sechste Filmfestival Aichach durchzuführen, in abgespeckter Form fast ohne Rahmenprogramm und deshalb zur Filmwoche umgetauft. Entsprechend kurz war die Vorbereitungszeit, und zu allem Überfluss sprang die Corona-Ampel im Landkreis Aichach-Friedberg just am Sonntag vor dem Start auf Rot. Das mag potenzielle Besucher abgehalten haben, obwohl das Kino derzeit einer der sichersten Orte überhaupt sei, wie Rusch betonte.
Etwa 350 Besucher sind zusammengekommen, was sich wenig anhört, aber in einen Kinosaal dürfen nur 40 Personen. Das bedeutet, dass an manchen Tagen zwei Säle voll waren und Filmfans sogar keine Karte mehr bekamen.
Zudem seien die Sponsoren fast alle an Bord geblieben, so Lesny, auch die Ehrengäste wie das Team von "Ausgrissn" oder Marianne Sägebrecht hätten das Festival nicht im Stich gelassen.
Am wichtigsten bewerteten aber die Organisatoren, dass man die Benefizveranstaltung überhaupt durchgeführt hat. "Ich bin dem Rotary Club Schrobenhausen-Aichach sehr dankbar, der gezeigt hat, dass er auch in einer schwierigen Zeit zum Kino steht", sagte Werner Rusch.
"Wir haben gezeigt, dass es geht", brachte es Gerhard Lehrberger auf den Punkt, und wollte die Kinowoche durchaus auch als Ansporn und Vorbild für andere kulturelle Veranstaltungen verstehen. Voraussetzungen seien die "drei V", wie er es nannte: "Vernunft, Vorsicht, Verantwortung" - auf Seiten der Veranstalter wie der Besucher.

Von Dr. Berndt Herrmann



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Veröffentlicht am 25.10.2020 14:08 Uhr