Aichach    

Neuer Corona-Fall unter Erntehelfern

Aichach-Friedberg - Während sich das Infektionsgeschehen im Wittelsbacher Land über Monate gut eingrenzen ließ, sind die positiv Getesteten nun über den ganzen Landkreis verteilt. Die aktuell 48 nachweislich mit Sars-CoV2-Infizierten ließen sich laut Landkreissprecher Wolfgang Müller nicht mehr so einfach einem Ausbruch zuordnen wie das etwa im Juni der Fall war, als 95 von 500 Erntehelfern in Inchenhofen positiv auf Corona getestet wurden.


Gestern war das Aichacher Gesundheitsamt damit beschäftigt, Abstriche vorzunehmen: Von den 70 als Kontaktpersonen unter Quarantäne stehenden Erntehelfern von einem Obsthof nahe Adelzhausen (wir berichteten) und von 45 weiteren Saisonarbeitern von einem Betrieb in Inchenhofen. Sie wurden vom Gesundheitsamt als enge Kontaktpersonen eines positiv Getesteten eingestuft.
Dass diese Zahl recht hoch ist, liegt laut Müller aber in Inchenhofen nicht an einem unzureichenden oder schlecht umgesetzten Hygienekonzept. Das Problem in diesem Fall: Der positiv Getestete ist neu auf dem landwirtschaftlichen Betrieb angekommen und hatte sich, wie vorgeschrieben, bei der Einreise testen lassen. Vorsorglich wurden auch die anderen Erntehelfer, die mit ihm viele Stunden im Bus gesessen hatten, in Quarantäne geschickt. Dazu kommen laut Müller ein paar Kontaktpersonen, die der Infizierte auf dem Hof getroffen hat.
Insgesamt sind im Wittelsbacher Land nach Auskunft des Landratsamts, Stand Montag 18 Uhr, 48 Corona-positiv Getestete in Quarantäne. Dazu kommen 208 Personen, die engen Kontakt zu Infizierten hatten. Davon sind 115 Erntehelfer der beiden betroffenen Höfe. Die meisten anderen sind Kindergartenkinder oder Schüler.
Nach einem positiven Coronatest in einer zweiten Klasse der Grundschule Schiltberg hat das Gesundheitsamt für 16 Zweitklässler und eine Lehrkraft Quarantäne angeordnet und Abstriche durchgeführt. Drei der Tests von Mitschülern sind positiv ausgefallen. Ob diese drei Kinder sich in der Klasse oder anderswo angesteckt haben, ist jedoch nicht zu klären (wir berichteten).
Da einer dieser drei Mitschüler aber die Mittagsbetreuung im Schiltberger Kinderhaus besucht, wurden gestern weitere 19 Kinder und zwei Erzieherinnen als enge Kontaktpersonen in Quarantäne gestellt. Abstriche durch das Gesundheitsamt folgen, heißt es in einer Pressemitteilung des Landratsamts.
Wie Christina Frohne, die Leiterin des Schiltberger Kinderhauses St. Maria Magdalena, auf Nachfrage erklärte, läuft dort aber der Regelbetrieb weiter. Lediglich die Mittagsbetreuung, die in der Mehrzweckhalle stattfindet, ist ausgesetzt. Erfahrungen mit Corona hat der Schiltberger Kindergarten bereits. Im Juli war er die erste betroffene Einrichtung im Landkreis.

Laut Landesamt für Gesundheit Bayern lag die 7-Tages-Inzidenz für den Landkreis Aichach-Friedberg am Dienstag bei 32,68 - und damit noch unter dem Warnwert von 35 Fällen pro 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen.
Für den Landkreis Dachau gab das Landesamt eine Inzidenz von 38,73 an, die damit wieder leicht gesunken ist. Am Mittwochnachmittag wird der Corona-Krisenstab anhand der aktuellsten Zahlen laut Dachaus  Landkreissprecher Wolfgang Reichelt dann entscheiden, ob strengere Maßnahmen zur Eindämmung erforderlich sind und die bereits angekündigte Allgemeinverfügung erlassen werden muss.

Von Verena Heißerer 



Ausführliche Nachrichten aus dem Wittelsbacher Land, aus Bayern und der Welt im E-Paper der Aichacher Zeitung. Hier bestellen.


Veröffentlicht am 13.10.2020 15:24 Uhr



 
Drucken Speichern Senden Leserbrief