Aichach    

Aichacher Lichtspiele: Museumsnacht voller Erfolg

Aichach - Die Aichacher Museumsnacht hat am Samstag schon ab Nachmittag Kinder und Kunstfreunde dazu eingeladen, die Stadt und die umliegenden Sehenswürdigkeiten mit viel Zeit und ausreichend Abstand zu erkunden.

Aichach - Die Aichacher Museumsnacht hat am Samstag schon ab Nachmittag Kinder und Kunstfreunde dazu eingeladen, die Stadt und die umliegenden Sehenswürdigkeiten mit viel Zeit und ausreichend Abstand zu erkunden.
Stadtführungen mit der Stadthexe und dem Nachtwächter eröffneten die "Nacht" trotz Regens bereits um 15 Uhr. Stadtmaskottchen "Aichi" war nach dem Verteilen von Luftballons und Gummibärchen klatschnass. Am frühen Abend ließ der Regen langsam nach, was im Gegenzug die Zahl der Besucher steigen ließ. Am zentralen Umsteigeplatz, dem Eichenhain, wo die Freunde des Mittelalters sich mit Bratwurst- und Steaksemmeln sowie heißen Getränken um das leibliche Wohl der Besucher kümmerten, herrschte ein stetiges Treiben. Zu langen Wartenzeiten kam es dennoch nicht.
Den Veranstaltern gelang es einmal mehr bestens, die Museumsnacht auf die gesamte Stadt zu verteilen, an keinem Ort kam es zu größeren Menschenansammlungen. Die Besucher hielten Abstand, die zahlreichen Stadtführungen waren alle komplett ausgebucht, die Museen gut besucht. Auch heuer lockte das besondere Lichterschauspiel die Menschen an, um die historischen Gebäude der Altstadt sowie das Stadtmuseum und natürlich auch das Sisi-Schloss im Farbwechsel zu bestaunen. Im Wasserschloss nutzten die Aichacher den kostenlosen Eintritt in großer Zahl, um sich die Ausstellung über die zwei Stockwerke in aller Ruhe anzusehen. Auch das Café im Schloss war gut besucht. Dort traf man unter anderem Bürgermeister Klaus Habermann mit Gattin Heidi und Bürgermeisterin Ilona Volk aus der Partnergemeinde Schifferstadt in Rheinland-Pfalz. Kastellanin Brigitte Neumaier zählte in nicht mal zwei Stunden über siebzig Besucher im Schloss.
Bis Mitternacht hatten die Besucher der Kreisstadt die Möglichkeit, die Museumsnacht auszukosten. Der regelmäßig fahrende Shuttlebus brachte sie von Station zu Station. Auch am Burgplatz in Oberwittelsbach wurden den ganzen Abend Führungen angeboten. Die Dorfgemeinschaft Oberwittelsbach bot am Spielplatz, unweit des Burgplatzes, bei Lagerfeuer Kartoffelsuppe und belegte Burgsemmeln an. Für die musikalische Untermalung sorgten am Eichenhain in Aichach der "Haberer-Zwoagsang" und am Stadtmuseum die Kapelle "Überzwerch" aus Thierhaupten.
Besonders gut angenommen wurden einmal mehr die Stadtführungen. Streng mit Corona-Nachverfolgungslisten ausgestattet, zeigten die verschiedenen Stadtführer die Geschichte Aichachs auf. Die Dunkelheit sorgte für eine besondere Atmosphäre auf der Reise in vergangene Zeiten - speziell wenn Stadthexe Sabine Dauber oder Nachtwächter Franz Gutmann in mittelalterlicher Gewandung und mit Laterne von Richtplätzen, Henkersmalzeiten, Türmern, die vom Blitz getroffen wurden, und von Bränden in der Stadt erzählten. Bei einer speziellen Bierführung wurde vom Brauwesen in der Stadt berichtet, ausführlich erfuhren die Besucher von den vielen Brauereien und wurden zur Verkostung von Bier und belegten Broten gebeten. Das Corona-Hygienekonzept ging auf und wurde von allen Seiten respektiert und eingehalten. Masken in Bussen und Museen, Händedesinfektion und Kontaktdaten-Abgabe am Verpflegungsstand sowie ausreichend Abstand bei den Führungen schienen den Besuchern leichtzufallen.
Zur allgemeinen Entzerrung hat sicherlich auch beigetragen, dass der Busumsteigeplatz am Eichenhain und der Treffpunkt für die Führungen am Maibelisken getrennt wurden. Nachdem mit Einsetzen der Dämmerung auch der Regen endgültig aufgehört hatte, wurde die Aichacher Museumsnacht ein voller Erfolg, bei abwechslungsreichem Programm und gut gelaunten Besuchern in und um die Stadt herum.
Zu den Höhepunkten gehörte der Zauberwald am Walderlebnispfad. Die Grubetfreunde bekamen dafür viel Lob, denn sie ließen Baumstämme, Früchte und Moose in einer bunten Lichtershow zu einem echten Erlebnis werden. Dr. Martin Straßburger hatte derweil im archäologischen Teil des Walderlebnispfades zwei Rennöfen angefeuert, aus denen im sechsten Jahrhundert im Aichacher Grubetwald Eisen zum Schmieden gewonnen wurde. Ein besonderes Erlebnis war zudem die Taschenlampenführung zu den Eisenerzgruben, in denen das Rohmaterial zur Herstellung von Nägeln, Hufen, Schwertern,Werkzeugen und Eisenwaren einst ausgegraben worden war.

Von Alice Lauria Fotos von der Museumsnacht
auch in der eigenen Bildergalerie


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Veröffentlicht am 11.10.2020 13:54 Uhr



 
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