Aichach    

Arbeitsmarkt angespannt, aber stabil

Aichach/Dachau - Die Lage auf dem Arbeitsmarkt in der Region ist weiter angespannt, aber vergleichsweise stabil - und im Vergleich zu anderen Regionen in Deutschland immer noch sehr gut. Im Landkreis Aichach-Friedberg lag die Arbeitslosenquote im Juli wie im Vormonat bei 2,7 Prozent, im Juli 2019 waren es 2,1 Prozent. Im Landkreis Dachau stieg die Quote um 0,1 Prozentpunkte auf drei Prozent, im Vorjahr waren es 1,7 Prozent. Beide Landkreise bewegen sich aber immer noch im Bereich der Vollbeschäftigung (drei Prozent).


"In diesem Monat ist die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat nahezu gleichgeblieben", sagt denn auch Elsa Koller-Knedlik, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit in Augsburg. Zu deren Geschäftsbereich gehören neben der Stadt Augsburg die Landkreise Augsburg und Aichach-Friedberg. In allen drei Gebietskörperschaften ist die Quote im Vergleich zum Juni gleich geblieben, im gesamten Bezirk liegt sie bei 4,6 Prozent. In die Zukunft blickt Koller-Knedlik verhalten optimistisch. Für September rechnet sie - nach einem auch saisonal bedingten Anstieg im August - mit einem "ersten Rückgang der Arbeitslosenzahlen".
Weiter zugenommen hat die Zahl der Kurzarbeiter im Bezirk Augsburg. Seit März sind 7060 sogenannte Kurzarbeitsanzeigen bei der Agentur eingegangen, gut 40 Prozent der Betriebe haben Kurzarbeit angemeldet. Im Bereich der Arbeitsagentur Freising, zu der die Landkreise Freising, Erding, Dachau und Ebersberg gehören, meldeten 5900 Betriebe Kurzarbeit an, rund 90 000 Mitarbeiter sind dort davon betroffen.
Durch die Kurzarbeit konnte verhindert werden, dass mehr Menschen arbeitslos wurden. Das sehen auch die Verbände so. "Die befürchtete Kündigungswelle ist trotz der dramatischen Einbrüche bislang ausgeblieben. Maßgeblich dazu beigetragen hat das Instrument der Kurzarbeit", sagt Dr. Marc Lucassen, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Schwaben. "Deswegen setzen wir uns dafür ein, dass die Kurzarbeit an die aktuellen Bedürfnisse der Unternehmen angepasst wird."
Koller-Knedlik appelliert an die Unternehmen, auch in der Krise weiter auf Ausbildung zu setzen: "Corona ist irgendwann vorbei, doch der Bedarf an Fachkräften bleibt und ist entscheidend für die Zukunftsfähigkeit eines jeden Unternehmens." Im Landkreis Aichach-Friedberg ist die Situation für junge Menschen nach wie vor relativ gut: Im Juli standen 812 Ausbildungsstellen 566 Jugendliche gegenüber, die eine Lehrstelle suchen. 338 Stellen sind noch unbesetzt, 152 Bewerber noch unversorgt. Im Landkreis Dachau sind noch 241 Stellen zu vergeben, 187 Jugendliche suchen noch einen Ausbildungsplatz.

Von Dr. Berndt Herrmann



Ausführliche Nachrichten aus dem Wittelsbacher Land, aus Bayern und der Welt im E-Paper der Aichacher Zeitung. Hier bestellen.


Veröffentlicht am 30.07.2020 16:31 Uhr



 
Drucken Speichern Senden Leserbrief