Aichach    

Mehr Platz für Gastronomie im Freien

Aichach - Die Gastronomie darf seit gestern im Außenbereich wieder öffnen. Dabei gelten Sicherheitsauflagen wie der Mindestabstand von 1,50 Metern zwischen den Tischen, und auch an den Tischen selbst muss die Distanz eingehalten werden, außer bei Familien oder etwa Lebenspartnern. Das ist schon bei großen Biergärten schwierig, bedeutet zumindest, dass weniger Plätze zur Verfügung stehen. In der Innenstadt, auf begrenztem Raum, verschärft sich das noch. Deshalb schlagen Aichacher Wirte und die CSU-Ortsverbände Aichach und Klingen vor, der Gastronomie in der Innenstadt mehr Fläche im Außenbereich zur Verfügung zu stellen.

Josef Dußmann, Aichacher CSU-Vorsitzender und Zweiter Bürgermeister, will das Thema bei der heutigen Sitzung des Bauausschusses (18.30 Uhr, Verwaltungsgebäude am Tandlmarkt) ansprechen. Man habe sich schon länger damit befasst, sagte er gestern der AZ, und wolle den Wirten, die sowieso schon hohe Ausfälle hätten, den Wiederstart einfacher machen.
Bei Bürgermeister Klaus Habermann rennt er damit offene Türen ein. Entsprechende Vorstöße haben es auch von Wirten schon gegeben, sagt Habermann. Für ihn ist klar: "Wo es geht, machen wir das, allerdings müssen natürlich das Verkehrsrecht und der Schutz der Nachbarn eingehalten werden." Die Wirte können entsprechende Ausweitungen beantragen, allerdings müssen sie einen Bestuhlungsplan vorlegen.
Die CSU hat sich schon konkrete Gedanken gemacht, wo die Gastronomie wachsen könnte: Etwa am Platz um den Maibaum, vor der Spitalkirche oder am Brunnen vor der Sparkasse, auch am Rathausplatz sei eine Vergrößerung des bestehenden Bereichs denkbar. Auch in den Ortsteilen sollte man laut Dußmann dort, wo es möglich ist, darüber nachdenken.
Bemerkenswert: Die CSU kann sich auch vorstellen, einige Parkplätze für mehr Tische und Stühle zu opfern. Ein heikles Thema, wird doch in Aichach fast schon traditionell um jeden Stellplatz in der Innenstadt gerungen. Dußmann verweist aber auf eine Umfrage, die die CSU vor längerem gemacht hat. Damals war der Markt übergangsweise für den Winter vom Stadtplatz in das alte Feuerwehrhaus gewandert. So wurden Parkplätze am Stadtplatz frei, und das in der am stärksten frequentierten Zeit am Samstagvormittag. Die Einzelhändler hätten damals aber angegeben, eher auf ein paar Parkplätze verzichten zu wollen und dafür lieber die Besucher, die der Markt anzieht, in der Stadt zu haben. Dußmann hält die Parkplatzsituation in Aichach generell für nicht so kritisch, wie sie von Bürgern oft empfunden wird. Damit liegt er auf einer Linie mit einer Studie, die schon im Jahr 2016 zu dem Ergebnis kam, dass es grundsätzlich genug Parkraum gebe. Auf die von der Stadt in Auftrag gegebene Untersuchung hat auch Habermann bei entsprechender Kritik immer verwiesen.
In einem anderen Punkt sind sich Erster und Zweiter Bürgermeister auch einig: Mit einer erweiterten Außengastronomie sei mehr Leben in der Stadt zu erwarten, und davon profitiert letztendlich auch der Einzelhandel.
Die Ausweitung der Flächen soll bis zum Ende der Pandemie befristet sein - wann immer das sein mag.

Von Nayra Weber und Dr. Berndt Herrmann



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Veröffentlicht am 18.05.2020 18:05 Uhr



 
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