Aichach    

Ärzte weigern sich, Patienten zu behandeln

Aichach/Friedberg - Zahlreiche Bürger im Landkreis haben sich in den vergangenen Tagen beim Gesundheitsamt gemeldet, und von Fällen berichtet, wo sie von Haus- und Fachärzten abgewiesen wurden, weil die entsprechende Praxis aufgrund des Coronavirus geschlossen ist. Oder: "Weil die Mediziner von den Patienten verlangen, dass sie einen negativen Test vorlegen", ansonsten würden sie nicht behandelt, erklärte Dr. Friedrich Pürner, Leiter des Gesundheitsamtes, beim gestrigen Pressegespräch im Landratsamt.


Pürner stellte gestern mit aller Deutlichkeit klar: "Das Gesundheitsamt hat bislang noch keine einzige Praxis im Landkreis geschlossen." Und weiter: Mediziner, die eine Behandlung verweigerten, würden die allgemeine Situation nur verschlimmern. "So produzieren wir nur schwerere Krankheitsverläufe als nötig", macht der Epidemiologe deutlich.
Was er damit konkret meint? Werden Patienten mit einer Vorerkrankung und zusätzlichen Erkältungssymptomen vom zuständigen Haus- und Facharzt nicht untersucht, verschlechtert sich ihr Gesundheitszustand womöglich so weit, dass es am Ende zu spät ist, oder sie ins Krankenhaus müssen, wo die Plätze beziehungsweise Betten dann bei einer allgemeinen Notfallsituation knapp werden.
Dr. Friedrich Pürner und Landrat Klaus Metzger appellierten deshalb gestern eindringlich an die Mitarbeit der Mediziner, damit die Gesundheitsversorgung weiterhin sichergestellt sei. Es sei zudem unsinnig, einen Corona-Test zu verlangen, ergänzte Pressesprecher Wolfgang Müller. Entsprechende Tests bildeten ja nur einen Ist-Zustand ab, geht der Patient ein, zwei Tage später zum Arzt, könne alles schon wieder hinfällig sein.

Von Thomas Winter



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Veröffentlicht am 23.03.2020 18:18 Uhr



 
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