Aichach    

Rezepte gegen Corona-Koller

Aichach - Auf einmal werden nicht mehr nur die Hausaufgaben daheim gemacht, sondern auch Unterricht findet in den eigenen vier Wänden statt. Die Kita ist zu, die Kinder wollen beschäftigt werden. Die Freunde soll man am Nachmittag am besten auch nicht mehr besuchen, mit Sport im Verein oder Gruppe ist es vorbei, Spielplätze sind geschlossen, und Oma und Opa fallen als Betreuer aus.


Not macht erfinderisch
Not macht erfinderisch. Das haben die kleine Matilda und ihre Oma Martha kürzlich unter Beweis gestellt. Eigentlich wohnen sie beide im selben Dorf. Weil persönliche Besuche aufgrund der Ausgangsbeschränkung momentan nicht möglich sind, spielten die beiden Mensch-ärgere-Dich-nicht per Videoanruf. Das Foto schickte uns unsere Leserin Martina Baur, die Mutter von Matilda.
Martina Baur

In der Corona-Krise müssen Eltern mehrere, zum Teil ungewohnte Rollen auf einmal übernehmen - und dazu womöglich noch selbst im Homeoffice arbeiten. Wie soll das gelingen, ohne dass man sich gegenseitig auf die Nerven geht und der Stress überhand nimmt? Die AICHACHER ZEITUNG lädt die Leser ein, uns ihre Tipps zu schicken, die wir dann veröffentlichen. So kann im besten Fall jeder vom anderen profitieren.
Denn jede Mutter und jeder Vater, jede Familie entwickelt andere Strategien im Umgang mit Stresssituationen, auf die man selbst vielleicht noch nicht gekommen ist, jede hat andere kreative Ideen. Wie organisiert man zum Beispiel den Wechsel von Arbeits- und Freizeitphasen? Lernen die Kinder mit ihrem Unterrichtsmaterial am Vormittag, wie in der Schule, bleibt der gewohnte Rhythmus erhalten, und Mama oder Papa können auch im Homeoffice arbeiten.
Was aber, wenn nicht genug Computer dafür zur Verfügung stehen oder die Netzverbindung in die Knie geht? Wie kann man den Kindern bei Fragen am besten helfen? Welches Vorbild versucht man selbst abzugeben? Ist das "Homelearning", also das Lernen dahoam, abgeschlossen, stellen sich neue Fragen. Wie sorgt man für genügend Bewegung? Welche Freizeitbeschäftigungen gibt es jenseits von Fernseher, Computer und Smartphone? Welche vielleicht fast vergessenen Spiele kann man hervorholen? Wie kann der Abend kreativ gestaltet werden? Was lässt sich alles im Garten anfangen?
Friederike Krisch, Bereichsleiterin bei der Erziehungs-, Jugend- und Familienberatung der Katholischen Jugendfürsorge in Aichach, hat einige Beispiele, wie so etwas aussehen könnte. Eine Idee für die Beschäftigung mit Kindern, so lange man noch mit Abstand zu anderen Familien draußen unterwegs sein kann, ist, kleine Flöße aus Stöckchen zu bauen, zu verzieren und in einem Bach schwimmen zu lassen.
Dazu kann man die Kinder zunächst die Materialien, also Stöcke und zum Beispiel Blüten, Moos und Ähnliches zum Beladen sammeln lassen. Mitbringen muss man nur eine Schnur und eine Schere. Die Stöcke werden nebeneinander gelegt und oben und unten mit zwei Querstreben verbunden.
Zur Bindetechnik findet man beispielsweise etwas unter Youtube "Holzverbindungen mit einer Schnur". Man kann die Flöße auch um die Wette schwimmen lassen, eine Flotte bauen oder Ähnliches.
Haben Sie auch Idee und möchten Sie mit anderen Lesern teilen? Schreiben Sie eine Email mit einem kurzen Text und gerne auch einem Foto an redaktion@aichacher-zeitung.de . Kleine Flöße aus Stöckchen auf ein Wettschwimmen im Bach schicken

Von Dr. Berndt Herrmann



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Veröffentlicht am 23.03.2020 18:16 Uhr



 
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