Aichach    

Aichach sucht 100 Helfer für die Landesausstellung

Aichach - Die Bayerische Landesausstellung 2020 wird zum wohl größten Tourismus-Magneten in der Geschichte Aichachs. Mehr als 100 000 Besucher werden dazu erwartet. Sie sollen die Exposition im Feuerhaus an der Martinstraße studieren, aber auch die Stadt selbst. Knapp 800 Stadtführungen sind vorgesehen, 18 Führer wurden ausgebildet, dazu kommt ein Experten-Team, das das Haus der Bayerischen Geschichte stellt. "Das größte Ausstellungsobjekt ist sie Altstadt selbst", urteilt Christoph Lang, als Museumsleiter und Stadtarchivar einer der lokalen Hauptakteure des Großereignisses.


Das Rahmenprogramm für Aichach und Friedberg sieht mehrere Hundert Veranstaltungen vor. Dazu gehören Vorträge, Konzerte und Theateraufführungen, aber auch größere Freiluftaktionen. Aichach plant eine zusätzliche Veranstaltungsreihe: Ab Mai 2020 will sie jeden ersten Freitag im Monat an verschiedenen Stellen in der Innenstadt Straßenmusikanten auftreten lassen; die Geschäfte und Cafés sollten dann bis in die Abendstunden öffnen. Jeden dritten Sonntag wird der Schlossplatz zum Podium für Theaterspieler oder Musikgruppen, die einen Frühschoppen zu einem zur Landesausstellung passenden Motto gestalten.
Dieser Tage eingegangen ist zudem die Zusage des Bezirks, den Schwabentag 2020 in Aichach abzuhalten. Am Pfingstwochenende Ende Mai kann sich Aichach Besuchern aus dem ganzen Regierungsbezirk präsentieren. "Stadt.Kunst" ist das Thema, die Gäste sind eingeladen zur 2. Aichacher Kunstnacht und zu Angeboten rund um die Landesausstellung.
Um all diese Programmpunkte stemmen zu können, reicht das städtische Personal bei Weitem nicht aus. Das verdeutlichten Bürgermeister Klaus Habermann und die Organisatorinnen vom städtischen Info-Büro bei einem Pressegespräch. "Wir suchen dringend Helfer", meinte Habermann.
Gebraucht würden Menschen, die Aufsicht im Museum machen, an der Veranstaltungskasse sitzen oder die Besucher am Info-Point betreuen. Ein Bedarf von 30 Vollzeitstellen wurde ermittelt, die aber mit Teilzeitkräften besetzt werden sollen. Rund 100 Helfer bräuchte man folglich, die auf 450-Euro-Basis oder ehrenamtlich tätig wären.
Die Nachbarstadt Friedberg steht vor demselben Problem. Auch dort fehlt derzeit noch Personal für die Landesausstellung und das Museum. Die Stadtverwaltung will jetzt einen Dienstleister engagieren, der Auftrag muss allerdings europaweit ausgeschrieben werden. Die zusätzlichen Arbeitskräfte werden 578 000 Euro kosten, wurde kalkuliert. Die Städte Aichach und Friedberg sind, wie auch der Landkreis Aichach-Friedberg, Mitveranstalter der Landesausstellung. Hauptorganisator ist das Haus der Bayerischen Geschichte in München. In Friedberg wird das Museum im Schloss zentraler Ausstellungsort sein; das komplett neu eingerichtete Haus erhält zusätzliche Leihgaben, die sich mit den Wittelsbachern als Städtegründer beschäftigen.
Aichach ist eine der ersten Städtegründungen der Wittelsbacher und damit beispielgebend für das ganze spätere Bayern. "Viele Plätze in Aichach werden seit über 800 Jahren ähnlich genutzt", schwärmt Museumsleiter Christoph Lang. Die Verwaltung war immer schon im Zentrum des Stadtplatzes, dem heutigen Rathaus, Gericht gehalten wird seit jeher am Schlossplatz, gebeten gleich nebenan in der Kirche.
In vollem Gange ist derweil der Umbau des alten Feuerwehrhauses. Dort untergebracht: eine multimediale Ausstellung, die die Stadtentwicklung von den Wittelsbachern bis heute aufzeigt. Verworfen - weil zu aufwändig - wurde die Idee, Besucher mit Tablets und Audioguides auszustatten, die beim Rundgang durch Aichach zusätzliche Bilder und Informationen bereitstellen. Stattdessen wird moderne Technik im Feuerhaus eingesetzt. Fünf Großbeamer liefern Bilder und Animationen, es wird einen dreidimensionalen Flug über Aichach und Oberwittelsbach geben und ein Stadtrelief, an dem man die Stadtkulisse von Aichach im Jahr 1914 nicht nur sehen, sondern auch erfühlen kann.

Von Wolfgang Glas



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Veröffentlicht am 02.12.2019 23:01 Uhr




 

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