Aichach    

Herbert Gugler zwischen Frust und Freude

Aichach - Beim gestrigen Sonntagsgottesdienst hat Stadtpfarrer Herbert Gugler Dampf abgelassen. Der Frust sitzt tief bei ihm und seinen Mitstreitern. "Wir haben gehofft, das der Plan eingehalten wird und bis Dezember alle Arbeiten in der Stadtpfarrkirche abgeschlossen sind", sagte Gugler.


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Danke für das Durchhaltevermögen während der Baustellenzeit: das Pastoralteam und die Sekretärinnen (von links) Franziska Demut, Geni Schormair, Gabi Dietrich, Markus Drößler und rechts Künstler Martin Knöferl, Elisabeth Niedermeier, Michael Schatz, Dietlinde Lorenz und Stadtpfarrer Herbert Gugler freuten sich. Hell und einladend sind die neuen Büroräume geworden. Die Gäste waren beim Tag der offenen Tür begeistert. Fotos: Erich Hoffmann


Die Maler sind noch nicht fertig und das Restgerüst wird an Weihnachten in der Kirche stehen. In diesem Zustand traue man sich nicht die Kindermette durchzuführen bei der bis zu 800 Kinder und Erwachsene erwartet werden, meinte Gugler weiter, der sich über den Architekten ärgerte, der "tausende von Euro" bekomme und es im Gegenzug nicht schaffe, "ein Werk zu vollenden". Wann alle Arbeiten abgeschlossen sein werden, sei derzeit völlig offen.
Wertschätzung zollte Gugler allen Mitarbeitern aus seinem Team, den Handwerkern und der Gemeinde, die hinter ihm stand. Nun sei noch die Renovierung der Orgel zu finanzieren. Pfarrgemeinderatsmitglied Simone Silc bedankte sich bei Gugler: "Unser Stadtpfarrer setzt sich über gebührend für die Gemeinde ein und ist immer für alle da."
Die Aichacher Stadtpfarrkirche und das angrenzende Pfarrhaus sind geschichtsträchtige Orte. Beide historischen Gebäude wurden in einer mehrmonatigen Aktion bei laufendem Betrieb fachmännisch restauriert und präsentieren sich nun als Schmuckkästchen, die trotz mancher Widerstände sogar das Herz des eingefleischten Denkmalschützers höher schlagen lassen. Beide Projekte strahlen eine besondere Wohlfühl-Energie aus, bei der Tradition und Moderne, Technik und Kunst ins Gespräch kommen.
So wurde der gut besuchte Tag der offenen Tür gestern ein echtes gesellschaftliches Ereignis. Mit einer Segensfeier, die Stadtpfarrer Herbert Gugler zelebrierte, wurden die großzügigen Räume im Pfarrhaus ihrer Bestimmung übergeben. Im Außenbereich führt nun ein behindertengerechter Zugang zur Kirchenverwaltung. Im Erdgeschoss wurde ein modernes Verwaltungszentrum mit Sozialräumen für die derzeitige Pfarreiengemeinschaft von Aichach, Ecknach, Oberbernbach, Unter-Oberschneitbach, Oberwittelsbach und Walchshofen eingerichtet. Im Eingangsbereich, in den Gängen und Büros strahlen Kunstwerke des Künstlers Martin Knöferl eine beeindruckende Lebenskraft aus. Der 58-jährige Hörzhausener ist ein Kunstbotschafter des Glaubens und macht mit seinen Kunstwerken den christlichen Glauben sichtbar und erfahrbar.
Im Obergeschoss haben Gugler und das pastorale Team Büros. Zudem ist dort ein Wohnbereich für den Stadtkaplan und kurzzeitige Tagesgäste eingerichtet. Außerdem steht ein Raum für den zukünftigen Verwaltungsleiter zur Verfügung. Die Umbaukosten von 1,5 Millionen Euro übernahm zum größten Teil die Diözese Augsburg. Dafür bedankte sich Stadtpfarrer Herbert Gugler.

Von Erich Hoffmann



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Veröffentlicht am 01.12.2019 23:01 Uhr




 

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