Aichach    

Aichach wird grüner: Pflanzung von Blühwiesen

Aichach - "Legt Ihr da einen Steingarten an?" Solche Fragen mussten der Aichacher Baufhofleiter Michael Neumeyer und seine Kollegen Silvia Gleisberg und Thomas Tröndle in letzter Zeit oft beantworten. Nein, in Aichach werden natürlich keine Steingärten angelegt. Im Gegenteil: An 14 Stellen entstehen gerade Blühflächen.


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Blühwiese mit kompliziertem Untergrund: Thomas Tröndle, Bauhofleiter Michael Neumeyer, Silvia Gleisberg, Bauamtsleiterin Carola Küspert und Bürgermeister Klaus Habermann (von links) zeigen, wie die Blühflächen, die gerade an mehreren Stellen in Aichach entstehen, aufgebaut sind. Rechtes Bild: Bei der Fläche am Parkplatz am Alten Friedhof wurde die obere Splittschicht durch Sand ersetzt. Fotos: beh


Was derzeit an Verkehrsinseln oder Randstreifen angepflanzt wird, gehört zu einem umfassenden Konzept zur "Aufhübschung" von Aichach, das Bauamtsleiterin Carola Küspert vorgelegt hat und das im Stadtrat nicht nur auf Zustimmung, sondern geradezu auf Begeisterung gestoßen ist.
Dazu zählen beispielsweise die Installation von mehr, neuen und schöneren Sitzbänken, zeitgemäßere Müllbehälter und eben die Blühflächen.
Bei ihnen verwendet man ein Verfahren, mit dem Pfaffenhofen/Ilm sehr schnell sehr gute Ergebnisse erzielt hat. Es ist aber auch der Grund, warum die Aichacher an Steingärten denken. Dabei wird die Fläche zunächst abgegraben und mit dem Brenner abgebrannt, um sicherzustellen, dass kein Unkraut mehr vorhanden ist.
Dann kommt eine Kiesschicht, darauf gedämpfter Kompost, auch er ist "tot", also keimfrei. Darüber wird eine zehn Zentimeter dicke Splitt- oder Kiesschicht gelegt, in manchen Fällen auch Sand. In den Splitt werden dann die Stauden eingegraben. Sie stammten aus biologischem Anbau, und "mit ihnen kommt das Leben in den Boden", sagt Küspert.
Das Verfahren soll verhindern, dass Unkraut in den Blühflächen anwächst, es sei pflegeleicht, der Unterhalt sei einfach, zumal Pflanzen ausgewählt würden, die wenig Wasser brauchen. Auch wenn der Aufbau etwas komplizierter ist, gehe das eigentliche Pflanzen sehr schnell, sagt Neumeyer.
Küspert, die in der Nähe von Pfaffenhofen lebt, hat sich die Flächen dort mehrfach angeschaut und mit den Verantwortlichen gesprochen, auch Aichachs Bürgermeister Klaus Habermann war vor Ort - beide sind von dem, was sie sahen, sehr angetan. Derzeit wird an 14 Stellen in Aichach gepflanzt, insgesamt sind es etwa 500 Quadratmeter. Dabei wird es aber nicht bleiben. Die Aktion soll auf weitere Flächen ausgeweitet werden. So wird es auch unter den Bäumen in der Innenstadt blühen, bei neuen Straßen oder Sanierungen ist das ebenfalls geplant.
Und was den Kies oder Splitt betrifft: Den werde man schon sehr bald nicht mehr sehen, weil er von den Pflanzen völlig überwuchert wird, verspricht Küspert. Das Anwachsen von Unkraut wird verhindert, der Unterhalt ist einfach

Von Dr. Berndt Herrmann



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Veröffentlicht am 21.09.2019 08:09 Uhr




 

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