Aichach    

Innenstadt-Einbrüche vor Aufklärung?

Aichach - Mehrere Einbrüche in Aichacher Geschäfte haben in den vergangenen Monaten für Aufregung unter den Gewerbetreibenden gesorgt. In einem offenen Brief wandte sich Oliver Heib, Betreiber eines Akku-Fachladens in der Donauwörther Straße und selbst Betroffener, an Landrat Klaus Metzger und Landtagsabgeordneten Peter Tomaschko (wir berichteten). Darin sieht Heib mit einen Grund für die hohe Zahl an Einbrüchen, bis Juli waren es 21 Fälle, im Personalmangel der Aichacher Polizei.


Nun konnte die hiesige Polizeiinspektion einen Erfolg verbuchen. Wie Erich Weberstetter, Leiter der Polizeiinspektion, auf Nachfrage bestätigt, kamen die Beamten einem 22-jährigen Syrer auf die Schliche. Der junge Mann hat eine eigene Wohnung im nördlichen Landkreis Aichach-Friedberg und ist als Flüchtling anerkannt. Dem Syrer konnte der Einbruch in das Juweliergeschäft Blue Point am Aichacher Stadtplatz nachgewiesen werden.
Der Einbruch bei dem Juwelier fand im April statt, er wurde gegen 4.50 Uhr früh verübt. Dabei drang der Mann gewaltsam über ein Fenster in den Laden ein. Im Verkaufsraum stahl er aus einigen Vitrinen Uhren und Schmuck und verschwand damit über den Tandlmarkt. Eine durch den Krach wach gewordene Anwohnerin konnte beim Blick durch das Fenster einen dunkelgekleideten, flüchtenden Täter erkennen.
Die am Tatort sichergestellten DNA-Spuren brachten die Beamten zunächst nicht weiter. Doch dann stolperte der Syrer über eine nicht bezahlte Strafe für eine Ordnungswidrigkeit, wie Erich Weberstetter berichtet. Nach mehrmaliger Aufforderung hatte der Flüchtling eine Geldbuße über 25 Euro nicht beglichen.
Schließlich wurde gegen den 22-Jährigen ein sogenannter Erzwingungsbefehl erlassen. Bei der Festnahme im Mai stellten die Polizeibeamten fest, dass der Mann Ähnlichkeit mit einem Täter aufwies, der bereits in München zugeschlagen hatte. Dort war er in ein Lebensmittelgeschäft am Bahnhof eingebrochen. Eine Kamera nahm den Täter auf.
Anhand des Spurenmaterials aus Aichach konnten dem Syrer beide Einbrüche, in der Paarstadt und in München, nachgewiesen werden. Laut Dienststellenleiter Erich Weberstetter wird derzeit überprüft, ob auf das Konto des 22-Jährigen noch weitere Einbrüche im Stadtgebiet gehen. Dabei handelt es sich um fünf Fälle im Innenstadtbereich, für die Einbrüche außerhalb sei die Kripo zuständig, so Weberstetter. Wie berichtet, waren zuletzt Firmen in Kühbach, Dasing, Friedberg und Kissing betroffen.

Von Thomas Winter


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Veröffentlicht am 18.09.2019 09:13 Uhr




 

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