Aichach    

"Die Menschen müssen zu ihrem Krankenhaus stehen"

Aichach - Wenn sich Vertreter von vier Parteien zusammenschließen, um ein gemeinsames Ziel zu verfolgen, dann geht es um viel: Ein von der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) ins Leben gerufenes Bündnis kämpft um die Wiedereröffnung der Geburtshilfe im Aichacher Krankenhaus. Bei einem Pressegespräch gestern wurde jedoch deutlich, dass es inzwischen um weit mehr geht, nämlich um die grundsätzliche Sicherung des Krankenhausstandortes Aichach.


geburtshilfe
"Für die Wiedereröffnung unserer Geburtenstation" machen sich stark (von links): Karl-Heinz Schindler (SPD, Dritter Bürgermeister in Aichach), Berta Arzberger (Kreisrätin der ÖDP), Kristina Kolb-Djoka (Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen) und Helmut Beck (Zweiter Bürgermeister, CSU). Auch die Grünen gehören zum Bündnis. Foto: Carina Lautenbacher


Als sich im vergangenen Sommer abzeichnete, dass es nicht mehr genug Hebammen für Geburten im Aichacher Krankenhaus gibt, wurde die AsF aktiv. Nachdem dann im Herbst die Geburtshilfestation im neuen Haus gar nicht mehr eröffnet wurde, lud die Gruppierung zu einer Informationsveranstaltung ins Café Koch ein. Spätestens zu diesem Zeitpunkt war allen Beteiligten klar, dass die Geburtshilfe nicht nur bedroht ist, sondern dass es ein massives Interesse in der Bevölkerung an deren Erhalt gibt. Seither bemühen sich SPD, Grüne, ÖDP und CSU ebenso wie die Arbeiterwohlfahrt (Awo) gemeinsam darum, die Weichen für eine Trendwende zu stellen.
Nach mehreren Veranstaltungen, Gesprächen mit Betroffenen aus dem Gesundheitswesen, aber auch mit Bundes- und Landtagsabgeordneten folgte die Sammlung von über 10 000 Unterschriften. Dann wurde die derzeit in Inchenhofen zu sehende Wanderausstellung "Der letzte Aichacher" mit Bildern von Menschen, die im Aichacher Krankenhaus geboren wurden, auf die Beine gestellt.
Ab Ende nächster Woche werden in Geschäften, Praxen und in den Filialen der Sparkasse Aichach-Schrobenhausen, die die Aktion unterstützt, Aufkleber ausgelegt. "Für die Wiedereröffnung unserer Geburtenstation und ein ortsnahes und leistungsfähiges Krankenhaus in Aichach" ist darauf zu lesen. Denn die Klinik kämpft nicht nur mit der Geburtshilfe und hohen Defiziten, sondern auch mit rückläufigen Patientenzahlen. "Wir wollen, dass die Menschen ins Aichacher Krankenhaus gehen und zu ihrem Krankenhaus stehen", sagt Kristina Kolb-Djoka, SPD-Stadträtin und Vorsitzende der AsF.

Von Carina Lautenbacher


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Veröffentlicht am 06.09.2019 12:00 Uhr



 
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