Aichach    

Aichach leuchtet: Kunstnacht wird zum kleinen Stadtfest

Aichach - Dass Aichach eine lebendige Stadt ist, bewies am Freitag die erste Aichacher Kunstnacht, die den Auftakt zur lange schon etablierten Kunstmeile bildete. Tausende Besucher strömten bei herrlichem Wetter in die Innenstadt. Die Kunstnacht wurde wahrlich zu einem künstlerischen Feuerwerk.


Die Kunstnacht als Auftakt zur Kunstmeile sollte dazu beitragen, auch junge Menschen und nicht nur an Kunst Interessierte anzuziehen. Das tat sie. Auffällig auch: Die Besucher hatten einmal mehr gute Laune und Offenheit in Aichachs "gute Stube" mitgebracht. Der Abend stand somit auch für Austausch und Begegnung: Zwischen Kunst in vielen Facetten gab es ein kurzes Hallo hier und ein ausgiebiges Gespräch dort. Ein solcher Abend kann länger werden als geplant.
Das erlebte auch der Berichterstatter: Bei sommerlichen Temperaturen auf Entdeckungstour gehen, auch mit dem einen oder anderen der rund 30 Künstler plaudern, Musik lauschen und die verschiedenen Sinneseindrücke genießen. "Wir finden das ganz cool. Jetzt machen wir auch einen Rundgang", erklärten unisono Lena Jakob aus Sulzbach und Anna Häusler aus Ainertshofen, die mit einer Gruppe Jugendlicher unterwegs waren und vor dem Rathaus das sich in Entstehung befindliche Werk des Graffiti-Künstlers bestaunten.
Vor der vier mal sechs Meter großen Leinwand stand Cepir, so nennt er sich, vom Augsburger Graffiti-Verein "Die Bunten", und kreierte mit seiner Sprühdose das Thema "Freiheit". Dabei klärte er den Berichterstatter auf, dass das Besprühen großer Flächen in der Graffiti-Szene als "Mural" bezeichnet wird.
"Ich habe mich mega gefreut auf Aichach", erzählt Cepir, der auch seine vielen Tattoos am Oberkörper nicht verborgen hat. Als Workshopteilnehmerin lässt nebenan Hannah Höß aus Igenhausen ebenso ein Graffiti-Kunstwerk entstehen. Es trägt die Aufschrift "Peace" - "weil nicht überall Frieden ist", erklärt sie ihre Idee.
Und natürlich zogen in den Schaufenstern und Gebäuden im "Innenstadt-Atelier" die zahlreichen Bilder, Fotos oder sonstige Kunstgegenstände die Blicke der vielen Besucher auf sich. Begeistert zeigten sich nicht nur Gäste, sondern beispielsweise auch Geschäftsinhaberin Andrea Renner, die ihren Geschäftsraum als Galerie zur Verfügung stellte: "Ich bin selber sehr kunstaffin und war sofort dabei." Der stellvertretende Vorsitzende des Aichacher Kunstvereins, Jakob Steinberger, hält dagegen eine Wiederholung der Veranstaltung mit anderen Modalitäten für sinnvoll. Sein Vorschlag: Ästhetische Aspekte mehr in den Fokus stellen, keine zeitgleichen Veranstaltungen durchführen und mehrere Schulen mit ins Boot nehmen.
Aber nicht nur für die Erwachsenen gab es viel Sehenswertes, Unterhaltsames und Kulinarisches, auch viele Kinder fühlten sich sichtlich wohl. Alida und Manfred Braun aus Aichach waren gekommen, weil für ihren Sprössling Julius "einiges geboten ist", der sich beim Kinderschminken vergnügte. Dazu gehörte auch die Straßenmusik mit ihren ansprechenden Darbietungen für Jung und Alt.
Musiklehrer Stefan Immler am Street-Piano fand die Nacht der Kunst und Kultur bei idealem Wetter einfach nur "schön". Und der kleine Joel fasste den Abend mit vier Worten zusammen: "Das macht mir Spaß."
Er gehörte zu den Kindern, die zusammen mit Hausmeister Hubert Asam und Kunstlehrerin Andrea Huber von der Grundschule Griesbeckerzell-Obergriesbach beim Anbringen der Fliesenteile an den "Mosaik-Aichi" ihre kreativen Seiten zeigten. Erst zum zweiten Mal hatten Christel Blüher-Pfeifer und Helite Tonsch-Schmid aus Eichstätt einen Kinderworkshop (Aquarell, Papier prägen) auf die Beine gestellt. Als sie die Einladung von der Leiterin des Info-Büros der Stadt Aichach und Hauptorganisatorin Martina Baur erhielten, "war die Lust groß, nach Aichach zu kommen".
Das war's. Alle Aktivitäten kann der Berichterstatter leider nicht aufzählen, das würde den Rahmen der Zeitung sprengen. Nach dem Vorbeimarsch am Schlossplatz, wo sich überaus viele Fans beim Pfälzer Weinfest auf ein Gläschen oder auch zwei niederließen, war noch das Bestaunen der faszinierenden Lichtkunstinstallation von der Steubstraße bis zur Stadtpfarrkirche angesagt.Ein schöner Abschluss. Künstlerisches Feuerwerk und viel gute Laune

Von Xaver Ostermayr


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Veröffentlicht am 10.06.2019 23:00 Uhr




 

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