Aichach    

"Ausbildung" auf Kühbachs Brauereifest

Aichach - Dass wieder viel Arbeit im Zusammenhang mit dem Kühbacher Brauereifest auf sie zukommen wird, das hat Jugendrichterin Eva-Maria Grosse nach eigenem Bekunden dieser Tage in der Zeitung gelesen. Auch heuer kam es wieder zu diversen Schlägereien. Dabei sind noch nicht einmal die "Begleiterscheinungen" des vergangenen Jahres komplett juristisch aufgearbeitet. Das Verfahren gegen einen 21-Jährigen wegen Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte stellte Grosse gestern gegen Geldauflage ein. Dabei fand die Richterin aber durchaus deutliche Worte.


Die waren nicht an den Angeklagten gerichtet, sondern beschäftigten sich mit den Auswüchsen des Brauereifestes. Sie sei extra mal zu "Ausbildungszwecken" ins Festzelt gegangen, wie Eva-Maria Grosse mit einem Schmunzeln ausführte. Schon nach 20 Minuten habe sie allerdings abgebrochen. "Ich habe es nicht geschafft, mich in dieser Zeit ausreichend zu betrinken, um es länger auszuhalten", konstatierte die Richterin, die ganz offensichtlich mit dem lautstarken Feiergetöse samt tanzender Jugendlichen auf schwankenen Biertischgarnituren nur bedingt Freundschaft schließen konnte. Hitzige Stimmung herrschte auch im vergangenen Jahr, wie der Angeklagte berichtete. Kurz vor dem abendlichen Finale habe er sich auf die Suche nach seinen Freunden gemacht, um die Heimreise zu klären.
Was dann exakt passierte, ließ sich gestern, wie so oft bei solchen Fällen, nicht zweifelsfrei klären. Fest steht, dass ein Bekannter des 21-Jährigen, der sich von den Security-Mitarbeitern nicht abhalten lassen wollte, auf dem Biertisch zu tanzen, vom Sicherheitsdienst aus dem Zelt eskortiert wurde. Der Angeklagte kam mehr oder weniger zufällig dazu und wurde selbst angepackt. Weil er angeblich einen Security-Mitarbeiter zu Boden geschubst haben soll, was der ledige Aichacher allerdings vehement bestritt. Plötzlich sei er von mehreren Personen mit dem Gesicht auf den Kies gedrückt worden. "Ich habe gar nicht kapiert, was eigentlich los ist", beteuerte der junge Mann, der nach eigenen Worten nicht mitbekommen hatte, dass auch Polizeibeamte im Spiel waren. Die hätten sich laut Staatsanwaltschaft aber sehr wohl klar und deutlich zu erkennen gegeben und den Aichacher erst gefesselt, nachdem er sich nicht beruhigen wollte und sich mit Händen und Füßen gewehrt habe.
"Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte" nennt man das im Juristendeutsch. Ein sensibler Bereich, wie Eva-Maria Grosse betonte. Sie verzichtete dann aber darauf, die zahlreich geladenen Zeugen zu befragen.

Von Robert Edler Mehr dazu lesen Sie in der Ausgabe der AICHACHER ZEITUNG vom 5. Juni 2019.


Ausführliche Nachrichten aus dem Wittelsbacher Land, aus Bayern und der Welt im E-Paper der Aichacher Zeitung. Hier bestellen.

Veröffentlicht am 24.09.2019 23:00 Uhr




 

Drucken   Speichern   Senden    Leserbrief