Aichach    

Neue Wasserwachtstation am Mandlachsee

Mandlach - Nach sechs Jahren überlegen und vorbereiten nahm gestern die Aichacher Wasserwacht ihre neue Station am Mandlachsee in Betrieb. Der aus dem Jahre 1974 stammende Bau erhielt einen zweckmäßigen Nachfolger, womit für die ehrenamtlichen Helfer die Zeiten ohne Wasser und Strom vorbei sind.

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Nur freudige Gesichter waren am späten Sonntagvormittag am Mandlachsee zu sehen. Diese spiegelten die Erleichterung aller Beteiligten wider. Zum einen zeigten sich die Aichacher Wasserwachtler glücklich über ihr neues Domizil, welches einen Riesenschritt in Sachen Arbeitsqualität darstellt, und zum anderen freuten sich Bürgermeister Franz Schindele und die anwesenden Pöttmeser Gemeinderäte über die gefundene Lösung: Auf den Keller des ursprünglichen Gebäudes wurde ein Container aufgesetzt und damit eine zweckmäßige und kostengünstige Lösung gefunden.
Der Pöttmeser Rathauschef sprach in seiner Begrüßung der zahlreichen Gäste von einem "Gewinn für das Freizeitgelände". Sein Dank ging gleichermaßen an den Erholungsgebieteverein Augsburg (EVA) und an Geschäftsstellenleiter Robert Erdin für die von den Wasserwachtlern geleisteten über 300 Arbeitsstunden. In dem Gemeinschaftsprojekt wurden Strom, Wasser und Abwasser installiert. Nun steht auch eine Verbindung per Digitalfunk zur Verfügung und ein Festnetzanschluss ist ebenfalls vorgesehen. Für das Gebäude sei ein Optimum an Optik und Funktionalität erreicht worden.
Der tödliche Badeunfall einer Frau hatte seinerzeit die Initialzündung für eine Wasserwachtstation gegeben. Heute reichen deren Einsätze von Schnittwunden und Bienenstichen bis hin zur Wiederbelebung - so geschehen zuletzt 2012. Landratsstellvertreter Manfred Losinger bezeichnete den Mandlachsee als Kleinod und dankte dem EVA für die finanzielle Unterstützung (40 Prozent Zuschuss). Badegästen könne damit weiterhin ein beruhigendes Gefühl gegeben werden. Ein besonderes Lob von Robert Erdin ging an den technischen Leiter André Seitz und Aichachs Vorsitzende Nancy Rose-Steidle für beider Engagement bei der Umsetzung. "Ein Erfolgserlebnis nach sechs aufregenden Jahren", bekannte Nancy Rose-Steidle. Die Vorsitzende der Aichacher Wasserwacht kündigte an, das neue Gebäude und sein Innenleben mit einem Tag der offenen Tür der breiten Öffentlichkeit vorzustellen. Am 7. Juli wird es nicht nur Kaffee und Kuchen, sondern auch Demonstrationen von Rettungseinsätzen geben. Selbiges ist für den 21. Juli in Radersdorf geplant.
Die Gesamtkosten beziffert Peter Fesenmeir vom Pöttmeser Bauamt auf etwa 133 000 Euro plus Eigenleistung der Wasserwacht plus Innenausstattung wie Küche und Behandlungsraum, die die Aichacher Wasserwacht aus eigener Tasche finanziert. Der Neubau war dringend notwendig geworden, weil durch eine unbemerkte Undichtigkeit im Dach Regenwasser in die Kammern der Hohlziegel lief und sich Schimmel bildete.
Wie der technische Leiter André Seitz ausführte, betreut die Aichacher Wasserwacht mit ihren 40 Aktiven das Freibad in der Kreisstadt, den Radersdorfer Baggersee und den Mandlachsee. Die ausgebildeten ehrenamtlichen Helfer stehen in der Saison (vom 18. Mai bis 9. September) an Feiertagen und an den Wochenenden zur Verfügung.

Von Willi Wagner
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Veröffentlicht am 19.05.2019 23:00 Uhr




 

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