Aichach    

Wirtschaft wünscht zweites Gleis auf der Paartalbahn

Unterbernbach - 14 000 Fahrzeuge fahren täglich auf der B300 zwischen Aichach und Schrobenhausen, 16,9 Prozent davon sind Lastwagen. Vorige Woche hatte die IHK Firmenchefs aus dem Wittelsbacher und Schrobenhausener Land zum Unternehmerfrühstück eingeladen. Bei Pfeifer in Unterbernbach diskutierte man, wie sich der nationale und internationale Güterverkehr verbessern ließe.

Dabei wurde klar: Die B 300 als West-Ost-Verbindung der Autobahnen 8 und 9 und als Transversale zwischen Schwaben und Osteuropa ist nicht das einzige Sorgenkind. Ein Nadelöhr gebe es auch in Nord-Süd-Richtung, weshalb die IHK sich eindeutig für den Ausbau der nicht unumstrittenen Augsburger Osttangente (AIC 25, vorbei an Friedberg, Kissing und Mering) einsetzt.
Die Firma Pfeifer als Tagungsort war mit Bedacht gewählt: Das holzverarbeitende Unternehmen schickt täglich 1300 Lastwagen auf die Straße. Sie bringen per anno 560.000 Kubikmeter Schnittholz, 220.000 Kubikmeter Paletteklötze und 150.000 Tonnen Pellets zu Kunden in 90 Ländern der Erde. Unterbernbach ist mit 280 Mitarbeitern der zweitgrößte von acht Standorten des österreichischen Unternehmens. Allein im Kühbacher Ortsteil werden 693.000 Festmeter Holz pro Jahr angeliefert, wie Herbert Stöckl, der Leiter der Logistik der Pfeifer Holding erklärte. 900.000 Tonnen kommen per Bahn, Pfeifer hat seit 2010 einen eigenen Gleisanschluss.
Um mehr Flexibilität zu erhalten, will Pfeifer weitere Speditionspartner verpflichten (750 Spediteure sind das Ziel) und insbesondere in Unterbernbach den Bahnanschluss ausbauen. Wunsch wäre, dass die Paartalbahn auf zwei Gleise erweitert wird. Denn bisher dürfen die Güterzüge auf der Strecke Augsburg-Ingolstadt nur nachts fahren, wenn kein Personenverkehr stattfindet.
Die doppelgleisige Bahnstrecke ist freilich Vision; bauen müsste das Parallel-Gleis ohnehin die Netzagentur der Bahn. Was sich jedoch realistisch abzeichnet, sind Verbesserungen an der B 300, wie Elke Christian, die Leiterin der IHK-Geschäftsstelle Ingolstadt, erklärte. Innerhalb der nächsten zwei Jahre soll Weichenried eine Umgehung bekommen. Auch die jüngst installierte Ampel-Anlage, die den Verkehrsfluss bei Schrobenhausen und Mühlried stoppt, sei nicht für die Ewigkeit gedacht. Von Wolfgang Glas


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Veröffentlicht am 13.05.2019 23:00 Uhr




 

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