Aichach    

Geburtshilfe öffnet: Wieder Babys in Friedberg

Friedberg - Die Geburtshilfestation am Friedberger Krankenhaus wird vier Wochen nach der Schließung wieder eröffnet. Damit ist es gelungen, wie geplant in Rekordzeit eine Hauptabteilung mit eigenem Chefarzt zu gründen, nachdem der Betrieb mit Belegärzten nicht mehr funktioniert hat. Für Frauen, die in Friedberg entbinden, soll sich im Vergleich zu früher nichts Wesentliches ändern. Sie werden es lediglich mit mehr wechselnden Ärzten zu tun haben.

baby-geburt-c-fotolia

Der offizielle Start für die Geburtshilfe ist am Donnerstag, 2. Mai. Bis alle organisatorischen Abläufe geklärt sind, wird es aber noch eine Woche dauern. Spätestens ab 8. Mai sollen dann die Babys kommen können. Möglich macht das die Einstellung eines eigenen gynäkologischen Chefarztes. Wie berichtet, konnte dafür der Friedberger Dr. Siegbert Mersdorf gewonnen werden. Der 65-Jährige, der in Friedberg lange als niedergelassener Arzt praktiziert hat, wollte nach zwei Jahren an der Sana-Klinik in Hof eigentlich in den Ruhestand gehen, sprang jetzt aber ein, um den Betrieb der Station zu sichern. Dafür sind noch mehr Mediziner notwendig, die aber erst gesucht werden müssen. Zwei Oberärzte und zwei Fachärzte wurden als personelle Mindestausstattung genannt. Längst sind die Anzeigen dafür geschaltet, Ärzte zu finden, ist aber nicht ganz leicht. Zugleich laufen die Gespräche mit der Uni-Klinik Augsburg darüber weiter, wie eine Kooperation aussehen kann. Die Belegärzte können die Patientinnen aus ihren eigenen Praxen im Krankenhaus betreuen. Sie wollten nur nicht länger den Bereitschaftsdienst aus ihren Reihen bestreiten. Zuletzt waren vier Belegärzte in Friedberg aktiv.
Die Hebammen arbeiten unterdessen auch in Zukunft als Beleghebammen - auf eigenen Wunsch, wie Landrat Klaus Metzger mitteilt. Sie seien aber vertraglich abgesichert. Ihnen war eine Festanstellung in Voll- oder Teilzeit angeboten worden. Bislang hat das keine der bisherigen Hebammen in Anspruch genommen. Ihnen und allen Neuzugängen steht eine Festanstellung jedoch offen, wie Pressesprecher Wolfgang Müller wissen lässt.
Zuletzt hatte Klinikchef Dr. Krzystof Kazmierczak im Werkausschuss des Kreistags dargelegt, dass er mit Kosten von drei bis vier Millionen Euro im Jahr für die Hauptabteilung rechnet. Bei geschätzten 1000 Geburten (früher waren es 700 in Friedberg und 300 in Aichach) könnten diese zu etwa 75 Prozent mit dem, was die Krankenkassen für die Entbindungen bezahlen, refinanziert werden. Hinzu kommen zwar Fördermittel, mit einem leichten Minus muss aber trotzdem gerechnet werden. "Sobald die Hauptabteilung im Krankenhaus Friedberg stabil läuft, werden sich der Landkreis und die Kliniken - wie angekündigt - daran machen, die Geburtshilfe in Aichach wieder in Betrieb zu nehmen", versichert Landrat Klaus Metzger.

Von Carina Lautenbacher


Ausführliche Nachrichten aus dem Wittelsbacher Land, aus Bayern und der Welt im E-Paper der Aichacher Zeitung. Hier bestellen.

Veröffentlicht am 30.04.2019 23:00 Uhr




 

Drucken   Speichern   Senden    Leserbrief