Aichach    

Blauzungenkrankheit: Zu wenig Impfstoff

Aichach - Mit dem Ausbruch der Blauzungenerkrankung im Rems-Murr-Kreis ist Aichach-Friedberg zum Sperrgebiet erklärt worden (wir berichteten). Ein wirksamer Schutz gegen die Übertragung des Erregers auf Wiederkäuer wäre eine Schutzimpfung. Bisher konnten aber nur wenige empfängliche Tiere - Rinder, Schafe, Ziegen - gegen den Erreger geimpft werden, da der Impfstoff bislang nicht in ausreichender Menge zur Verfügung stehe, wie das Landratsamt gestern mitteilte. Die bis dato gültige Allgemeinverfügung wurde nun geändert.


Ungeimpfte Zucht- oder Nutztiere können aus dem Sperrgebiet innerhalb Deutschlands transportiert werden, wenn zwei Vorgaben erfüllt sind: Vorgewiesen werden muss eine negative virologische Blutuntersuchung (PCR) innerhalb von sieben Tagen vor dem Transport und die lückenlose Behandlung mit einem gegen die Überträgerinsekten wirkenden Medikament ("Repellent") vom Zeitpunkt der Probenahme bis zur Reise. Die PCR-Untersuchung ist bisher ausschließlich im Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit vorgenommen worden. Um den Landwirten die Möglichkeit zu geben, den für sie wirtschaftlichsten Anbieter zu nutzen, wurde durch die Änderung der Allgemeinverfügung ab sofort für alle Rinderhalter die Möglichkeit geschaffen, diese virologische Untersuchung auch in anderen akkreditierten Laboren vornehmen zu lassen. Da freie, private Labore die Untersuchungsergebnisse nicht in der Rinderdatenbank eintragen, müssen die Tiere von einer Tierhaltererklärung begleitet sein, die die entsprechende Gesundheitsgarantien für den Käufer oder die Vermarktungsorganisation zusammenfasst. Diese Tierhaltererklärung "Rinder aus BTV-Sperrgebieten in freie Gebiete" ist auf der Internetseite des Landratsamtes zu finden: lra-aic-fdb.de.


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Veröffentlicht am 05.08.2019 23:00 Uhr




 

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