Aichach    

Wald und Wild müssen zusammenpassen

Untergriesbach - Wie die zahlreichen Trophäen bewiesen, haben die Jäger in der Kreisgruppe Aichach ihre Abschusszahlen erfüllt. Bei der jährlichen Pflichthegeschau und der Jahreshauptversammlung des Jagdschutz- und Jägervereins am Samstag im Gasthof Wagner in Untergriesbach blickte der Vorsitzende, Paul Berchtenbreiter, auf die Jagdperiode zurück. Die Jagdhornbläser umrahmten die Veranstaltung.

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Die Jäger bezeichnete er als Natur- und Umweltschützer, weil sie für den notwendigen Ausgleich in der Natur sorgen. Berchtenbreiter sprach unter anderem über Verbesserungen bei der Streckenabsicherung durch die Anschaffung von Verkehrsschildern für Treib- und Drückjagden.
Landtagsabgeordneter Peter Tomaschko erklärte den Einsatz der Jäger heute mehr denn je als unverzichtbar für den Erhalt der heimischen Tier- und Pflanzenwelt. Durch das Volksbegehren zum Artenschutz und die Ergebnisse des runden Tischs würden die verschiedenen Interessen zusammengeführt. Er ging auch auf die Rückkehr des Wolfs in Bayern ein, der zu einer Gefährdung und Beeinträchtigung der Jagd und der Nutztierhaltung werden könnte. Es sei an der Zeit, auf nationaler und europäischer Ebene die Reißleine zu ziehen und den Schutz des Wolfs zu lockern.
Bayern stehe zur Jagd, versicherte Tomaschko, und es halte auch trotz aufkommender Kritik an der jährlichen Pflichthegeschau fest. Aichachs Bürgermeister Klaus Habermann zeigte ebenfalls Interesse, denn die Stadt verfügt über größeren Waldbesitz. Habermann selbst ist inzwischen Vorsitzender der Jagdgenossenschaft Algertshausen.
Forstdirektor Wolfgang Sailer vom Amt für Landwirtschaft und Forsten in Augsburg ging näher auf das forstliche Gutachten ein. Es zeige, dass die Verbissschäden in den Wäldern in Grenzen gehalten werden konnten. Mit den neuen Abschusszahlen zeigte er sich größtenteils zufrieden. In manchen Revieren könnte es aber noch etwas besser werden. Für den dringend notwendigen Waldumbau durch Kulturneugründungen seien angepasste Wildbestände unabdingbar. Wald und Wild müssten zusammenpassen. Gerade beim Umbau größerer Waldflächen mit klimaresistenten Baumarten müsse auch die Pflanzung ohne Zaun möglich sein. Die Gutachten wurden in allen vier Hegegemeinschaften der Kreisgruppe durchgeführt, in zwei Hegegemeinschaften wurde noch ein erhöhter Verbiss festgestellt. Festgelegt wurde deshalb ein Drei-Jahres-Plan.

Von Franz Hofner


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Veröffentlicht am 14.04.2019 23:00 Uhr




 

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