Aichach    

Prävention so früh wie möglich

Aichach-Friedberg/Dachau - "Es gibt keinen risikofreien Konsum von Drogen", erklärt Diplom-Pädagoge Josef Meiendres von der Drogenhilfe Schwaben bei einem Eltern-Workshop. In Aichach-Friedberg starben 2018 zwei Menschen an den Folgen von Drogenkonsum. Die Tatsache, dass Drogentote in der Regel eine lange Konsumkarriere hinter sich haben und somit oftmals früh mit Rauschgift in Berührung gekommen sind, macht die Präventionsarbeit von Einrichtungen wie der Drogenhilfe Schwaben und der Dachauer Drogenberatungsstelle Drobs umso wichtiger.

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Für Kinder und Jugendliche sei Drogenkonsum grundsätzlich riskanter. "Im Jugendalter gehört Experimentieren zur Entwicklung dazu", erklärt Josef Meiendres. Es geht um Spaß und darum, das Leben in vollen Zügen zu genießen. Gerade in dieser Phase des Lebens übernehmen Drogen allerdings oftmals auch ganz bestimmte Funktionen, die den Konsum in jungen Jahren so gefährlich machen: Die Jugendlichen sind noch auf der Suche nach sich selbst, suchen ihren persönlichen Stil und grenzüberschreitende Erfahrungen. Der Abbau der Hemmschwelle scheint dann den Aufbau von Freundschaften und die Aufnahme intimer Beziehungen zu erleichtern - oft handelt es sich dabei aber ebenfalls um Drogenkonsumenten, wie Meiendres deutlich macht. Durch den Konsum von Rauschgift demonstrieren die Jugendlichen auch ihre Unabhängigkeit von den Eltern, indem sie sich bewusst ihrer Kontrolle und ihren Maßstäben entziehen. Durch diese gewollte Normverletzung und den dadurch ausgedrückten sozialen Protest entwickeln sie ihr eigenes Wertesystem, unabhängig von Authoritätspersonen. Entwicklungsprobleme, Stress und überfordernde Gefühle können im Rausch scheinbar leichter bewältigt und ertragen werden.
Drogenkonsum verändert, diese Wesensveränderung sollte Eltern aufmerksam machen, um ihr Kind frühzeitig unterstützen zu können. Diplom-Pädagoge Josef Meiendres nennt ein paar Beispiele: Ist das Kind auffällig unruhig, wird unzuverlässig, desinteressierter an Schule oder Ausbildung und bewegt sich zudem in einem veränderten Freundeskreis, können das Anzeichen dafür sein, dass Rauschmittel im Spiel sind. Bemerken Eltern zudem, dass der Jugendliche nach dem Weggehen öfter mit Blackouts zu kämpfen hat, dass er vermehrt nach Alkohol, Rauch oder anderen Substanzen riecht, er Geldprobleme hat und sich seine körperliche Verfassung ändert, sollten sie das Gespräch suchen. "Dabei ist es wichtig, Ruhe zu bewahren, eine klare Haltung einzunehmen, konsequent zu sein und selbst als Vorbild zu dienen", verdeutlicht Josef Meiendres im Eltern-Workshop.

Von Nayra Weber


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Veröffentlicht am 14.04.2019 23:00 Uhr




 

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