Aichach    

Zehn Bürgermeister hören 2020 auf

Aichach - Noch ist es fast ein Jahr hin, doch die Kommunalwahl im März 2020 wirft bereits ihre Schatten voraus: Mit Ulrich Maly (Nürnberg) und Kurt Gribl (Augsburg) haben bereits zwei Oberbürgermeister überraschend ihren Rückzug angekündigt. Auch im Wittelsbacher Land zeichnet sich ab, dass 2020 eine Zäsur werden wird: Zehn Bürgermeister wollen nicht mehr antreten. Ein Generationswechsel steht also an.


Dass sich die Suche nach neuen Kandidaten teils schwierig gestalten könnte, ist nicht von der Hand zu weisen: Stärkere Bürokratisierung, Reglementierung und Digitalisierung und stellenweise ein recht rauer Umgangston, vor allem auch über Soziale Medien, machen den Bürgermeisterjob mit seinen zahlreichen abendlichen Verpflichtungen - auch am Wochenende - nicht gerade attraktiver. Doch es nützt nichts: In Aindling, Baar, Dasing, Kühbach, Obergriesbach, Pöttmes, Mering, Rehling, Schiltberg und Sielenbach haben die Bürgermeister angekündigt, sich kein weiteres Mal zu bewerben. Alle sind fast 60 Jahre oder älter, und wollen nicht nochmal sechs Jahre im Amt bleiben.
Die Kommunalwahlen 2014 brachten im Verbreitungsgebiet der AICHACHER ZEITUNG nur drei neue Bürgermeister hervor, und das auch nur dort, wo die amtierenden Gemeindechefs den Sessel räumten.
In Kissing, Hilgertshausen-Tandern und Petersdorf wird der Bürgermeister nächstes Jahr nicht gewählt. Reinhard Gürtner, neuer Gemeindechef von Kissing, ist erst seit ein paar Wochen im Amt und bleibt es bis 2026, also verlängert sich seine Amtszeit auf sieben Jahre, weil erst so kurz vor der nächsten regulären Wahl abgestimmt wurde. In Hilgertshausen-Tandern und Petersdorf wurden die Bürgermeister Markus Hertlein und Dietrich Binder bereits 2017 gewählt, allerdings für sechs Jahre, weil sie den Job nun hauptamtlich machen. Das heißt, auch dort wählen die Bürger 2020 nur neue Gemeinderatsmitglieder.
Thema war und ist in einigen Gemeinden auch, ob der Bürgermeisterjob ehrenamtlich noch zu stemmen ist. Ja, meinte kürzlich eine Mehrheit der Obergriesbacher Gemeinderäte. In Hollenbach und Schiltberg hat man sich hingegen entschieden, künftig einen hauptamtlichen Gemeindechef haben zu wollen. Grundsätzlich ist der Bürgermeister in Kommunen mit weniger als 5000 Einwohnern ehrenamtlich tätig - wobei er für seinen Aufwand selbstverständlich auch finanziell entschädigt wird. Allerdings kann sich der Gemeinderat in solchen Kommunen auch für ein Hauptamt entscheiden. Darin liegt offenbar die Zukunft - zumindest tendieren die meisten Gemeinden im Wittelsbacher Land in diese Richtung: 2014 wurde in elf Kommunen ein ehrenamtlicher Gemeindechef gewählt, 2020 werden es fünf weniger sein; in Baar und Sielenbach steht die Diskussion um die Rechtsstellung des künftigen Bürgermeisters noch aus.

Eine Übersicht über alle Bürgermeister, die 2020 aufhören, und jene, die weitermachen wollen, finden Sie auf zwei Sonderseiten in dieser Ausgabe. Auch die Sonderfälle wie Petersdorf und Hilgertshausen-Tandern werden näher beleuchtet. Daneben geht es um Rechtliches und die Wahl 2014.

Von Verena Heißerer


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Veröffentlicht am 12.04.2019 23:00 Uhr




 

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