Aichach    

Lautlos in die Luft mit 7342 PS

Obergriesbach (gw) Als Horst Reisch wenige Zentimeter über dem Kopf von Klaus Metzger den Brenner zündet und eine fauchende Stichflamme in die Luft schießt, bleibt der kahlköpfige Landrat unerschrocken. "Wegbrennen kann's mit hier oben ja nichts", grinst er und streicht sich übers Haupt. Auch sonst verlief die Jungfernfahrt des Ballons Wittelsbacher Land ohne Zwischenfälle. Von den Obergriesbacher Paar-Auen aus stieg der Luftgigant in die Lüfte, zuvor gesegnet durch den evangelischen Pfarrer Winfried Stahl, auf dass dem Ballon und seinen Passagieren kein Leid geschehe.

In den nächsten vermutlich 15 Jahren wird der Heißluftballon mit dem Emblem des Wittelsbacher Landes durch die Luft fahren, gesteuert von Horst Reisch. Er wohnt in Obergriesbach und ist einer der erfahrensten Piloten Deutschlands. Als er vor Jahresfrist für sein Gefährt eine neue Hülle anschaffen musste, wendete er sich an den Wittelsbacher-Land-Verein, um ihn als Sponsor zu gewinnen. Dafür würde die Hülle mit dem Logo des Wittelsbacher Landes bedruckt, Reischs Ballonteam Romeo nennt sich in "Ballonteam Wittelsbacher Land" um und startet so bei großen Veranstaltungen. Die Mitgliederversammlung des Vereins genehmigte spontan 12.000 Euro aus dem Werbekosten-Budget, der Vertrag wurde unterzeichnet.
Der neue Ballon ist Eigentum des Bayerischen Montgolfieren-Clubs, dessen Vorsitzender Horst Reisch ist. "Dass hier zwei Vereine zusammenarbeiten - meiner und der des Wittelsbacher Landes - ist zwar ungewöhnlich, aber es hat reibungslos geklappt", freute sich der Luftfahrer.
25 Starts pro Jahr wird der 30 Meter große Riese, dessen Luft von einem 7342 PS starken Gasbrenner beheizt wird, absolvieren. Horst Reisch wird dabei begleitet von seiner ganzen Familie. Die Söhne Max, Anton und Paul sind ebenso vom Ballonvirus befallen wie Ehefrau Ingrid.


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Veröffentlicht am 18.09.2019 07:09 Uhr




 

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