Aichach    

"Weil Ihr uns die Zukunft klaut"

Aichach - Weltweit riefen Schüler und Studenten gestern zum Klimastreik auf. Am Aichacher Deutschherren-Gymnasium (DHG) nutzten die Elftklässler den globalen "Friday for future", um im Rahmen des P-Seminars "Umweltschutz und Nachhaltigkeit" ein Zeichen zu setzen. Dazu holten sie schließlich die gesamte Schülerschaft mit ins Boot.

Den Zeitpunkt für den Aichacher "Friday for future" wählten die Schüler bewusst außerhalb der Unterrichtsstunden, vor Schulbeginn zwischen 7.10 und 7.40 Uhr. So wollten sie zeigen, dass es ihnen um die Sache und nicht um ausfallende Stunden gehe. Vereinzelt hätten aber schon Schüler aus anderen Jahrgangsstufen gehofft, dass durch den Klimastreik auch ein bisschen Unterricht ausfalle, berichtete Pascal Prach, der den Streikzug anführte.
Die Demonstranten hatten es wahrlich nicht leicht, weitere Mitstreiter zu motivieren, sich bei Nieselregen und kalten Temperaturen Gehör gegen den Klimawandel zu verschaffen. Doch bei jeder Runde, welche die Schüler um den DHG-Schulhof drehten, wurde die Anhängerschaft größer. Schülerinnen und Schüler aus allen Jahrgangsstufen schlossen sich an. Sie sind über die Demonstration im Vorfeld per Durchsage während des Unterrichts informiert worden und hielten sie für "eine gute Sache", wie einige auf Nachfrage unserer Zeitung erklärten. Die 14 Initiatoren waren "positiv überrascht", dass sich so viele Mitschüler angeschlossen hatten, machte Hannah Müller, Sprecherin des P-Seminars, deutlich. Unterstützt wurden die Schüler in ihrem Vorhaben von Schulleiterin Renate Schöffer und Lehrer Tobias Luschner, der das P-Seminar zur Nachhaltigkeit leitet. Während Luschner dazu beitrug, mit Trillerpfeife und Trommel auf den Protest aufmerksam zu machen, sprach Schöffer ankommende Schüler gezielt an, ob sie sich nicht beteiligen wollen.
"Wir sind jung, wir sind laut, weil Ihr uns die Zukunft klaut" - mit diesen Worten fordern derzeit bundesweit junge Menschen die Umsetzung von Maßnahmen gegen den Klimawandel. Auch am Aichacher Gymnasium schallte der Vorwurf an die "große Politik" über den Schulhof. Mit Plakaten verdeutlichten die 16- bis 18-Jährigen ihre Wünsche: "Make earth great again" und "Rettet die Eisbären" war darauf unter anderem zu lesen.
Von Nayra Weber


Ausführliche Nachrichten aus dem Wittelsbacher Land, aus Bayern und der Welt im E-Paper der Aichacher Zeitung. Hier bestellen.

Veröffentlicht am 17.03.2019 12:31 Uhr




 

Drucken   Speichern   Senden    Leserbrief