Aichach    

Unterstützer gesucht

Aichach - 986 Asylbewerber leben derzeit im Landkreis Aichach-Friedberg. Im Vergleich zum Dezember hat sich die Zahl kaum verändert. Dennoch werden weiter Unterstützer gesucht: Pro Woche kommen zwei bis 17 neue Asylbewerber in den Landkreis, seit Jahresbeginn waren es 91. Für sie sucht die Freiwilligenagentur des Landkreises zusätzliche Helfer.


Dabei ist der Stamm der Aktiven laut Landkreis-Pressesprecher Wolfgang Müller nicht geschrumpft. Im Gegenteil: "Die Ehrenamtlichen kümmern sich bereits um viele Flüchtlinge, vor allem um diejenigen, die schon lange im Landkreis sind." Viele ehemalige Asylbewerber ziehen aus den Unterkünften des Landkreises aus, werden aber von den Helfern weiter unterstützt. Die Zahl der Ehrenamtlichen, die die Flüchtlinge durch den deutschen Alltag lotsen, ihnen bei der Wohnungs- oder Jobsuche helfen, oder einfach nur da sind, schätzt die Freiwilligenagentur auf etwa 500. Etwa ebenso viele anerkannte Asylbewerber leben mittlerweile in eigenen Wohnungen im Wittelsbacher Land.
Seit Dezember hat der Landkreis zehn Unterkünfte für Asylbewerber geschlossen. Etwa in Sielenbach, Aichach, Friedberg, Mering, Pöttmes und Ried. 24 Flüchtlinge, die auf eine Entscheidung des Bundesamts für Migration warten, sind privat untergebracht. Neben den 52 dezentralen Unterkünften, die auf die Gemeinden im Landkreis verteilt sind, betreibt die Regierung von Schwaben im Wittelsbacher Land vier sogenannte Gemeinschaftsunterkünfte. Die in Derching eingerichtete Erstaufnahmeeinrichtung in einem ehemaligen Gebäude von Walter Bau ist seit Sommer 2016 zwar betriebsbereit, wurde bisher aber nicht gebraucht. Die Regierung von Schwaben könnte dort 180 Menschen auf die Schnelle unterbringen.
Dass die Zahl der Flüchtlinge, die in den Unterkünften des Landkreises leben, trotz der 91 Neuankömmlinge stabil bleibt, hat laut Müller mehrere Gründe: Manche Flüchtlinge werden während des laufenden Asylverfahrens in andere Landkreise verlegt, andere werden anerkannt und beziehen eine private Wohnung. Einige reisen freiwillig wieder aus, werden abgeschoben oder tauchen unter.
Wer Flüchtlinge unterstützen möchte, kann sich an die Freiwilligenagentur des Landkreises "Mitanand und Füranand" wenden. Kontakt unter der Telefonnummer 08251/204 20 14 oder per E-Mail an marina.lovric@lra-aic-fdb.de.

Von Verena Heißerer


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Veröffentlicht am 24.07.2018 23:00 Uhr




 

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