Aichach    

Volkstheater begeistert mit den Nibelungen

Aichach - Am Samstag feierten "Die Nibelungen" Premiere. Zahlreiche Besucher verfolgten den zweiten Anlauf des Spektakels des Aichacher Volkstheaters, das Regisseurin Dagmar Franz-Abbott und ihre Schauspieler auf die Bühne brachten. Die Spielzeit im November musste wegen eines Zusammenbruchs der Hauptdarstellerin Teresa Neumaier abgesagt werden (wir berichteten). Doch nun sahen die Gäste in der TSV-Turnhalle ein bestens inszeniertes Heldendrama über Liebe, Eifersucht, Macht, Intrigen, Verrat, Rache und Tod. Vorweg: Zum Schluss gab es tosenden Applaus. Der alte Mythos aus der Germanenzeit wird das Publikum in Aichach noch bis 24. März in seinen Bann ziehen.


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Die Inszenierung in Aichach vermittelt in 15 Szenen mit viel Humor, Ironie und Spannung die abenteuerliche Geschichte der Nibelungen. Ausgehend vom Nibelungenlied erzählte Friedrich Hebbel Mitte des 19. Jahrhunderts mit "Die Nibelungen" seine Version der populärsten aller germanischen Heldensagen. Autor Thomas Birkmeir brachte nunmehr eine moderne Fassung der Nibelungensage als heitere Persiflage aufs Papier, holte also die geschichtsträchtige Sage gut gelungen in die Gegenwart. Einige Handlungsstränge wurden geändert, einige Texte kamen hinzu. Dennoch wurde das Geschehen in keinster Weise verzettelt. Das bewährte Schauspielteam des Volkstheaters umfasst 13 Personen aus einer guten Mischung unterschiedlicher Charaktere. Bei den Zuschauern kam in keinem Moment Langeweile auf.
Teresa Neumaier verkörperte die Rolle der Kriemhild mit ihren schauspielerischen Fähigkeiten und ihrer langjährigen Erfahrung hervorragend. Vor allem stach ihre Mimik ins Auge. Sie spielte eindrucksvoll den Wandel von der jungen Liebenden zur verhärmten und rachsüchtigen Frau mit eindrucksvoller Vehemenz. Hervorragend in Szene setzte sich auch Sabine Schneider als robuste und forsche Brünhild (Kriemhild: "Ich ertrage dieses Mannweib nicht länger"). Darstellerisch stark und mit viel Leidenschaft zeigte sich Markus Schneider als heldenhafter Siegfried mit seinem Oachma Dialekt (Kriemhild: "Ich bringe Dir Hochdeutsch bei"). Stefan Dauber als König Gunther überzeugte beim Minnespiel mit seiner gezeigten Schüchternheit und Schwäche. Wolfgang Manhart gab ausdrucksstark den Berater des Königs Hagen von Tronje mit einer Mischung aus falschem Ehrgefühl, Loyalität, grauer Eminenz und einer Portion Niedertracht. Aus ihrer Sicht und teils ungläubig kommentierten zwischendurch Richard Bauch (Sigi) und Udo Artmann (Ruodi) - die beiden ungeborenen Söhne von Kriemhild und Brünhild - vorzüglich die Handlung. Eingespielte Filmszenen komplettierten das Geschehen.
Aber auch die anderen Darsteller entpuppten sich als stimmsichere und engagierte Theaterspieler. Fazit: Eine bestens gelungene Inszenierung. Das Publikum war begeistert. Zweifelsohne eine tolle Leistung der gesamten Volkstheater-Mannschaft. Es war ein Zusammenspiel vieler Komponenten, das diese Aufführung zu einem Erlebnis für alle werden ließ. Kriemhild will Siegfried Hochdeutsch beibringen und Brünhild hält alle Männer für Idioten

Von Xaver Ostermayr

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Veröffentlicht am 05.03.2018 12:00 Uhr