Aichach    

Notdienst neben Notaufnahme

Aichach - Beim hausärztlichen Bereitschaftsdienst stehen grundlegende Änderungen an. In Zukunft werden Patienten außerhalb der normalen Sprechzeiten in Bereitschaftspraxen der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern (KVB) behandelt. Der bisherige Notdienst an Abenden und Wochenenden in wechselnden Praxen entfällt dann. Solche KVB-Praxen wird es am Krankenhaus Friedberg geben und auch am neuen Krankenhaus Aichach - dort allerdings erst später. Zumindest geht Hannes Bachetzky von der KVB in Augsburg "mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit" davon aus, dass auch Aichach ein Standort wird.

Was ist zunächst der Unterschied für den Patienten? Er geht am Abend oder am Wochenende nicht mehr zu der Praxis in seiner Nähe, die Notdienst hat, sondern er muss in eine der KVB-Praxen, die in der Regel an Krankenhäusern angesiedelt werden.
Die Bereitschaftspraxen sind zwischen 16 und 21 Uhr an Werktagen sowie zwischen 9 und 21 Uhr an Wochenenden und Feiertagen besetzt. Patienten kommen zum diensthabenden Arzt in der KVB-Praxis. Sieht der die Notwendigkeit dazu, schickt er den Patienten sozusagen eine Tür weiter in die Notaufnahme des Krankenhauses zur Behandlung.
Ansonsten behandelt der Arzt ihn ambulant, versorgt ihn mit Medikamenten und schickt ihn dann wieder nach Hause, so wie beim jetzigen Notdienst auch. Was Ärzte befürchten und was sich laut Bachetzky tatsächlich nicht von der Hand weisen lässt: Die Wartezeiten werden wohl länger werden. Und sie müssen unter Umständen weiter fahren.
Und wann geht die Umstellung über die Bühne? In Friedberg wird die KVB-Praxis ihren Dienst wohl Ende dieses, Anfang nächsten Jahres aufnehmen, Aichach wird etwas später folgen. Ende 2018 oder Anfang 2019 schätzt man bei der KVB. Für Hausbesuche gibt es einen Fahrdienst

Von Dr. Berndt Herrmann


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Veröffentlicht am 03.09.2017 23:00 Uhr




 

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