Aichach    

Wiesn-Festzelt made in Kühbach

Für den reibungslosen Ablauf beim Oktoberfest sorgen jährlich rund 13 000 Arbeitskräfte. Für viele beginnt der Wiesn-Arbeitsalltag allerdings schon Monate zuvor, zum Beispiel für die Wirte, Standbetreiber und nicht zuletzt die Zeltbauer, denen sie ihren Auftritt verdanken. Die Firma Schormair aus Kühbach ist einer von ihnen. Seit vielen Jahren ist das Unternehmen dafür im Einsatz, das ganze Jahr über. Doch heuer findet für die Kühbacher eine ganz besondere Wiesn statt: die erste, für die das Unternehmen den kompletten Neubau eines Zeltes auf die Beine gestellt hat.


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Auf der diesjährigen Wiesn steht ein von Schormair entwickeltes Zelt. Das Kühbacher Unternehmen ist seit Jahren auf dem Oktoberfest bei der Montage und Demontage von Zelten beteiligt, heuer steuert es zum ersten Mal eine komplett von ihr entwickelte Festhalle bei . Foto: Klaus Baaske


Von der Planung über den Spatenstich bis zum Anzapfen haben die Geschäftsführer Albert und Bernhard Schormair und ihr Team das Projekt verantwortet. Entstanden ist ein zwölf auf 38 Meter großes und 9,50 Meter hohes Zelt für die Hühner- und Entenbraterei Poschner, die bereits seit 1934 auf dem Oktoberfest vertreten ist. Nachdem die Braterei 2015 das erste Mal nach 80 Jahren nicht den Zuschlag für einen Standort erhalten hatte, ließ sie sich ein komplett neues Konzept einfallen und erkämpfte sich so wieder einen begehrten Platz auf der Münchener Wiesn. Das wurde allerdings erst im Juni bekanntgegeben. Seit 25 Jahren arbeitet die Braterei mit Schormair aus Kühbach zusammen, weshalb es keine Frage war, wer ihr neues Oktoberfestzelt entwickeln soll - in nur drei Monaten.
Auf dem Zelt befindet sich eine Photovoltaikanlage, es enthält ein Cabrio-Dach, das sich teilweise öffnen lässt, und die Fassade ist mit einem aufwendigen Gemälde verziert. Entworfen hat es die Malerin und Grafikerin Tita Gronemeyer, die zum achten Mal in Folge auch den Krug der Wiesnwirte gestaltet hat. Das Bild ziert nicht nur die Front des Zeltes, auf einem Balkon davor setzen sich auch mannshohe Figuren in Bewegung.
Traditionell arbeiten auch viele Bedienungen aus dem Wittelsbacher Land auf dem größten Volksfest der Welt. Insgesamt sollen die Bewerberzahlen heuer allerdings leicht zurückgegangen sein. Das Hotel Specht in Aichach hat in der zweiten Wiesn-Woche noch Zimmer frei, auch das kam bisher noch nicht vor. Einen Rückgang der Fahrgäste, die zur Wiesn wollen, hat das Aichacher Reiseunternehmen Efinger wiederum laut eigenen Angaben nicht zu verzeichnen.
Ein Schaulaufen der bayerischen Regionen ist der Trachten- und Schützenzug am ersten Oktoberfestsonntag. Dabei kommen das Wittelsbacher und Altomünsterer Land diesmal allerdings nicht vor: Unter den 9000 Teilnehmern findet sich keine einzige Gruppe aus der Region. Den Landkreis Dachau repräsentiert die Dachauer Knabenkapelle, Trachtenträger aus Dachau oder wie früher aus Pöttmes stehen nicht auf dem Aufmarsch-Programm.
Dagegen ist Sieglinde Kast wieder mit von der Partie: Die Griesbeckerzellerin ist seit vielen Jahren Beifahrerin auf dem von Ochsen gezogenen Fasswagen der Löwen-Brauerei. Vom hopfengeschmückten Kutschbock aus wird die fesche Zellerin auch am Sonntag wieder tausenden Zuschauern am sieben Kilometer langen Weg zuwinken.

Von Nayra Weber

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Für die Planung , Entwicklung und den Neubau des Oktoberfestzelts hatten Geschäftsführer Albert Schormair (rechts) und Projektleiter Ulrich Lipp nur drei Monate Zeit. Foto: nay



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Veröffentlicht am 17.09.2016 12:00 Uhr