Aichach    

Alpenverein rüstet auf

Aichach - Die meisten Aktivitäten eines Alpenvereins finden nun mal in den Bergen statt. Das liegt in der Natur der Sache. Dennoch ist es durchaus erstaunlich, dass der mit gut 2000 Mitgliedern zweitgrößte Verein Aichachs nach wie vor in der beschaulichen "Berghütte" an der Münchener Straße beheimatet ist. Bereits seit 1982 steht das Vereinsheim der Sektion Aichach auf dem früheren Haselberger-Gelände, und daran soll sich auch nichts ändern. Mit einer Gegenstimme empfahl der Finanzausschuss am Montagabend dem Stadtrat, den Mietvertrag um weitere 25 Jahre zu verlängern. Darüber hinaus beteiligt man sich an einer umfangreichen Renovierung, die rechtzeitig zum 125. Geburtstag der Sektion in zwei Jahren abgeschlossen sein soll.


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Das Vereinsheim der Sektion Aichach im Deutschen Alpenverein wird umfassend renoviert. Das Gebäude gehört der Stadt, das es dem Verein kostenfrei überlässt. Der entsprechende Mietvertrag soll um weitere 25 Jahre verlängert werden. Foto: Robert Edler


Abgewickelt werden soll das Projekt in zwei Bauabschnitten und einem Kostenvolumen von knapp 70 000 Euro - plus Arbeitszeit der Mitglieder. Erste Schätzungen gehen von rund 850 Arbeitsstunden aus. Die Liste der Maßnahmen reicht von der Entfernung vorhandener Trennwände zur Vergrößerung der Räumlichkeiten und dem Einbau einer neuen Gas-Brennwertheizung sowie der Schaffung einer Geschäftsstelle bis zur Bodenerneuerung, dem Austausch der Rollläden und einem WC-Umbau.
Dass der Verein eine wichtige gesellschaftliche Funktion übernimmt - betreut werden rund 500 Jugendliche - stand für die Ausschussmitglieder außer Frage. Sportreferent Raymund Aigner (CSU) verwies unter anderem auf die im Vereinsheim integrierte Kletter- und Boulderanlage. Da das Gebäude der Stadt gehört, werden die Kosten für die neue Heizung in Höhe von rund 20 000 Euro komplett von der Kommune übernommen. Weitere 8800 Euro Zuschuss ergeben sich aus den Sportförderrichtlinien.
Dagegen votierte lediglich Erol Duman (BZA), der sich an der bis dato kostenfreien Überlassung des Gebäudes störte und zumindest eine kleine Miete einfordern wollte. "Der Verein hat doch auch Einnahmen", sagte Duman. Josh Stadlmaier (Grüne) regte an, sich Gedanken über eine Gastherme samt Wärmepumpe zu machen und entsprechende Förderprogramme zu nutzen. Als Gebäudeeigentümer solle die Stadt bei einer Heizungserneuerung mit gutem Beispiel vorangehen. Dazu sollen nun Bauamt und Verein entsprechende Gespräche führen.

Von Robert Edler



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Veröffentlicht am 12.01.2021 16:23 Uhr