Aichach    

Alles dreht sich um Impfungen

Aichach - Bei der wöchentlichen Corona-Pressekonferenz im Landratsamt ging es einmal mehr um das Thema Impfungen. Weiterhin wehren sich die Verantwortlichen gegen den Vorwurf, im Landkreis Aichach-Friedberg werde durch eigenes Verschulden langsamer geimpft als anderswo. Auch der Vorwurf, sich am Wochenende keine größeren Mengen von Astrazeneca für Sonderimpfaktionen gesichert zu haben, wurde erneut zurückgewiesen. Scharf wehrte sich Landrat Klaus Metzger gegen "Beschimpfungen" der Landratsamtsmitarbeiter. Diese würden seit Beginn der Pandemie nicht nur ihren Routineaufgaben nachgehen, sondern alle zusätzlichen Aufgaben rund um Corona bewältigen. "Sie haben es wirklich nicht nötig, sich beschimpfen zu lassen."


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Heiß begehrt : Ein Fünftel der Deutschen ist inzwischen mindestens einmal geimpft worden. Foto: Wilfried Pohnke, Pixabay



Impfstoffbestellungen: Wie Sebastian Koch, zuständig für die Koordination der Impfungen, darlegte, konnte mit einer einzigen Ausnahme bislang niemals Impfstoff aktiv bestellt werden. Impfstoffe werden zugeteilt und im Wittelsbacher Land wurde alles verimpft, was geliefert wurde. Bislang gab es nur einen Sonderfall: Vergangene Woche konnten Astrazeneca-Dosen bestellt werden, die teilweise von den Landkreisen in Aktionen für alle Interessierten zur Verfügung gestellt wurden. Auch der Landkreis Aichach-Friedberg hat bestellt: 1250 Dosen.

Impf-Sonderaktion: Manche Landkreise haben ihre zusätzliche Astrazeneca-Order an Aktionstagen verabreicht. Im Landkreis Aichach-Friedberg wurden Termine für die zusätzlich bestellten Dosen über das normale Buchungssystem der Impfzentren mit entsprechend angepassten Parametern vergeben. Abgesehen davon habe das bayerische Gesundheitsministerium erst Mitte März verfügt, dass die Kapazitäten der Impfzentren nicht ausgebaut werden sollen. Der Landkreis Augsburg hat einschließlich seiner Astrazeneca-Sonderaktion für letzte Woche 9000 Impfungen in seinen Impfzentren angekündigt. Der Landkreis Aichach-Friedberg hat halb so viele Einwohnerinnen und Einwohner. Er hat in seinen Impfzentren letzte Woche, ohne Sonderaktion, 4800 Impfungen durchgeführt, wie das Landratsamt mitteilt.

Kritik: Hätte der Landkreis mehr Astrazeneca bestellen und verimpfen können? Möglich. Laut Sebastian Koch war die Maßgabe der bayerischen Staatsregierung ausschlaggebend, die vorhandenen Kapazitäten der Impfzentren zu nutzen. Der Landkreis habe deshalb die Menge bestellt, die die Firma Vitolus (sie betreibt die Impfzentren) verabreichen konnte. Eine kurzfristige Personalaufstockung sei der Firma nicht möglich gewesen, was aber nichts daran ändere, dass der Betrieb der beiden Zentren mit ihr reibungslos funktioniere. Auf die schwankenden Impstoffmengen habe Vitolus bis jetzt immer sehr beweglich reagiert. Grundsätzliche Kritik am Betreibermodell ist aus Sicht des Landratsamts deshalb unangebracht. Im Übrigen hätte man den Astrazeneca-Impfstoff auch nicht an Hausärzte weiterleiten können. Die Zuteilung an die Hausärzte erfolgt grundsätzlich nicht über den Kreis. Die einzige Überlegung nach dem plötzlichen Sonderfall der vergangenen Woche könnte demnach sein, die Hausärzte im Eilverfahren zu kontaktieren, ob diese an den Impfzentren einspringen könnten, sollte es noch einmal überraschende Zusatzkontingente geben.

Von Carina Lautenbacher


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Veröffentlicht am 21.04.2021 17:59 Uhr