Aichach    

Aichacher Juze trotzt der Pandemie

Aichach - Corona betrifft alle. Doch manche trifft es härter. "Für die Jugendlichen ist die Pandemie eine Katastrophe", sagt Uta Gottschalk vom Aichacher Juze. Sie leiden besonders unter den Kontaktbeschränkungen und der Isolation. Sie brauchen ihre Freunde - "und nicht nur einen", meint Gottschalk. Außerdem hätten sie ein völlig anderes Zeitempfinden als Erwachsene. "Innerhalb von Stunden können sich Welten verändern und sich drei Monate wie ein ganzes Leben anfühlen." So beschreiben Uta Gottschalk und Sonja Falkner vom Aichacher Juze die schwierige Situation ihrer Schützlinge. Trotz aller Widrigkeiten war das Juze im vergangenen Jahr nicht untätig - ganz im Gegenteil.


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Ein wichtige Anlaufstelle für Jugendliche auch während der Pandemie war und ist das Aichacher Jugendzentrum. Das Foto von den Kicker-Damen stammt aus dem vergangenen Sommer. Aktuell müssen die Jugendlichen FFP2-Masken tragen. Foto: Uta Gottschalk


Im Mai 2021 durfte die Einrichtung nach dem jüngsten Lockdown wieder öffnen: 30 Jugendliche können sich drinnen treffen - mit FFP2-Maske und Abstand - auch mehr Aufsichten sind nötig. Doch bald gibt es weitere Erleichterungen. Uta Gottschalk findet das "großartig". Es sei zwar dann immer noch nicht die Normalität vor Corona, aber nahe dran. So wird es bald möglich sein, dass die Jugendlichen im Rahmen der offenen Jugendarbeit draußen wieder Fußball oder Basketball spielen können. Die Anzahl der Personen ist im Freien laut Gottschalk dann nicht mehr begrenzt.
Allerdings müssen die Kontaktdaten weiter erhoben werden. Doch das scheint besser als alles andere: "Die Jugendlichen machen super mit", sagt Gottschalk. Allerdings fühlten sie sich sehr benachteiligt, vermissten das Abhängen. "Sie sind überall die letzten", so Gottschalk. Aktuell ist das Juze wegen Urlaub und Umstrukturierungen zwar geschlossen, dennoch verspricht Gottschalk, demnächst wieder für die Jugendlichen zu öffnen.
"Es war ein herausforderndes, aber gut gemeistertes Jahr", meinte Bürgermeister Klaus Habermann (SPD) in der Sitzung des Finanzausschusses, als der Jahresbericht des Juze vorgestellt wurde. Auch Jugendreferent Mario Pettinger pflichtete bei. Die Aufstockung auf zwei Vollzeitstellen sei sehr wichtig gewesen, mit dem neuen Wlan-Anschluss im Juze seien die Jugendlichen "superglücklich". Eine neue Küche wurde ebenfalls bereits eingebaut. Als imposant bezeichnete Lothar Bahn (FWG) die Motivation der beiden Damen vom Juze, sich "alle drei Tage auf neue Regeln" einzustellen. Sie hätten trotz aller Umstände extrem viel möglich gemacht.
Zu Beginn der Pandemie im Frühjahr 2020 haben viele Jugendzentren den Betrieb komplett eingestellt. In Aichach war das Juze bald zumindest digital "offen".

Von Verena Heißerer


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Veröffentlicht am 10.06.2021 17:59 Uhr