Affing    

Es dröhnt - zeitweise

Mühlhausen - Airbus-Einweisungsflüge, Instandhaltungsarbeiten mit Schwebeflügen, Ausbildungsflüge für Militärpiloten und der "normale" Flugverkehr. Für die Anwohner rund um den Flughafen in Mühlhausen war das im Februar zu viel und vor allem eins: dumpfer, dröhnender Lärm.


Doch, dass all das zusammentrifft wie in zwei Wochen im Februar, sei kein Dauerzustand, erläuterte Flughafengeschäftsführer Peter Bayer in einer gemeinsamen Presseerklärung der Stadt Augsburg und der Gemeinde Affing, die am Wochenende verschickt wurde. Sie bezieht sich auf ein Treffen, das am 22. März stattfand. Dabei erklärte Bayer, dass im Februar mehrere Dinge zusammenkamen: Die Airbus-Einweisungsflüge etwa finden nur dann in Augsburg statt, wenn die Standorte Donauwörth, Manching und Lagerlechfeld belegt sind. Dazu kamen Instandhaltungsarbeiten, bei denen die Marinehubschrauber fünf bis sechs Standläufe und Schwebeflüge auf der Rollbahn absolvieren müssen. "Diese können als sehr unangenehm empfunden werden", so Bayer. Ein weiterer Grund für die von den Anwohnern beklagte "massive Lärmbelästigung" im Februar: Wenn Lagerlechfeld und Manching nicht zur Verfügung stehen, weichen auch Militärpiloten für Übungsflüge - ohne Waffen - nach Augsburg aus.
Der Augsburger Wirtschaftsreferent Dr. Wolfgang Hübschle betonte laut Mitteilung, es gebe keine generelle Ausrichtung des Flughafens für Hubschrauberflüge. Die Flugbewegungen aber einzuschränken, sei aufgrund der Betriebspflicht nicht möglich.
Schon im Februar hatte sich Flughafengeschäftsführer Bayer im Affinger Gemeinderat ähnlich geäußert. Der hat damals einstimmig beschlossen, für das Problem eine politische Lösung zu suchen und gleichzeitig eine rechtliche Prüfung des Flughafenbetriebs in Auftrag zu geben. Die Frage: Ist die aktuelle Nutzung des Flughafens vom Planfeststellungsbeschluss aus dem Jahre 2002 gedeckt? Laut Affings Bürgermeister Markus Winklhofer ist der Auftrag nun erteilt. Das sei erst möglich gewesen, nachdem der Haushalt für das laufende Jahr beschlossen war.
Doch für Winklhofer ist das nicht der einzige Weg: "Wir müssen weiter daran arbeiten, bestimmte Dinge besser zu kommunizieren", so seine Auffassung. Etwa, die Bevölkerung vorzuwarnen, wenn Wochen mit gesteigertem Flugbetrieb anstehen. Eine solche Woche gab es laut Winklhofer auch im April. "Da war nahezu so viel los wie in den zwei genannten Februarwochen." Ansonsten habe es seither bei der Gemeinde keine größeren Beschwerden mehr gegeben. Dennoch müsse man im Gespräch bleiben und dafür sorgen, dass die Sorgen der Anwohner ernst genommen werden.
Den Eindruck, dass man das tue, hat Winklhofer aber auch. Vergangenen Freitag beispielsweise tagte wieder die Fluglärmkommission, in der Vertreter der Anrainergemeinden, des Landkreises und verschiedener Institutionen zusammenkommen. Corona-bedingt war das Treffen immer wieder verschoben worden. "Es war eine sachliche Diskussion, ein guter Austausch", resümiert Winklhofer, dem aber auch klar ist, dass es gerade bei einem "solch sensiblen Thema wie Lärm" kaum möglich sein wird, alle Interessen unter einen Hut zu bekommen. Dennoch sei der Austausch wichtig.
Laut der gemeinsamen Pressemitteilung wurde auf Antrag von Winklhofer und dem Mühlhausener Gemeinderat Gerhard Faltermeier auch überprüft, ob die sogenannte nördliche Platzrunde weiter nach Norden verlegt werden könne. In einer ersten Stellungnahme habe das die Flugsicherung laut Mitteilung aber abgelehnt. Faltermeier sieht hier aber "deutliche Begründungsdefizite" und hält eine vertiefte Erörterung für unbedingt erforderlich. Zudem sei es aus seiner Sicht nicht akzeptabel, insbesondere militärische Ausbildungsflüge im dichtbesiedelten Augsburger Umland anzusiedeln. Der Flughafen hat eine Betriebspflicht

Von Verena Heißerer


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Veröffentlicht am 05.07.2021 17:03 Uhr