Affing    

Weg mit dem „alten Glump“?

Affing – Die alte Schule abreißen und einen Rathausneubau hinstellen oder sie erhalten und anbauen: Zwischen diesen Möglichkeiten können die Affinger wählen.


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Die alte Schule stammt aus 1905/1906 und ist ein Jugendstilgebäude. Sie ist zwar angeknackst, aber nicht unsanierbar. Im Erdgeschoss strich die Landjugend den Schulsaal der einstigen Klasse 1b bunt. Im ersten Stock ist ein weiterer großer Saal. Unter dem Dach müssten Balken und Schindeln erneuert werden.


„Nachdem die Bebauung mit einem Feuerwehrhaus missglückt ist und uns die Bevölkerung ganz deutlich gesagt hat, was sie davon hält, begann der moderierte Gestaltungsprozess für den Dorfplatz.“ Bürgermeister Rudi Fuchs erklärte rund 70 Zuhörern am Montagabend in der Affinger Mehrzweckhalle noch einmal alles rund um den Schlossplatz. Die Architekten Manfred Lux und Fritz Kots zeigten auf, was machbar wäre. Sie betonten, bei den ausgehängten Plänen, die auch an die Haushalte verteilt wurden, handele es sich um Studien. Sie spielten mit den Ideen des 1b-Anbaus in Form eines nur sechs Meter breiten Langbaus, mit dem Abriss des Jugendstilgebäudes und den Ersatz durch einen neun Meter breiten Langbau oder durch einen Würfel mit drei Vollgeschossen, der 15 Meter lange Seiten hätte. Allerdings wäre, angepasst an das Baufenster, auch eine andere Form möglich. Die Affinger sollten nun erst einmal grundsätzlich sagen, ob sie für den Erhalt der Schule oder deren Abriss sind. Die Architekten betonten, dass es für jedwede Planung außerordentlich günstig sei, dass der Erwerb des Grundstücks am Bach gelungen sei. So erhalte man ein begrünbares Gesamtareal, in das später durchaus einmal eine schöne Bachlandschaft und ein Spielplatz eingebettet werden könnten.

Alle vorgestellten Varianten stießen bei den einen oder anderen auf Skepsis. Manche sind kategorisch dafür, „das alte Glump“, die Schule, abzureißen. Andere erkennen das Potenzial des sanierungsbedürftigen Gebäudes (450 000 Euro kostet die Herstellung, es gibt keinen Schimmel, Schwamm oder Pilzbefall). Ob Neu- oder Anbau, am Ende liegen die Kosten immer bei 2,85 bis drei Millionen Euro. Ein völliger Neubau hätte den Vorteil, dass er genau so gestaltet werden könnte, wie es 2010 eben für ein Rathaus nötig ist. „Der Ort und die Baukultur haben das Recht, sich zu verändern“, so Lux. Der Langbau gefiel den wenigsten Besuchern, er passe nicht auf den Schlossplatz, wurde moniert, wenn auch Lux betonte, Langbauten seien ortstypisch, nicht nur als Stall. Den Kubus kritisierten einige als zu wuchtig, er allerdings könnte auch 15 Prozent kleiner gebaut werden. Beim Erhalt der Schule wäre der Platz für einen Sitzungssaal fraglich.

In der nächsten Sitzung am kommenden Dienstag entscheidet der Gemeinderat über das Schicksal der alten Schule, dem 1b – der Name leitet sich vom Klassenzimmer ab, das die Jugend einst für die Vereinszwecke zur Verfügung gestellt bekam.

Von Mona Grunert


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Vor allem die originellen Fenster betonen den Charme der alten Schule. Manche Bürger betonten, ihnen würde das Herz bluten bei einem Abriss.



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Zwar kamen zur Infoveranstaltung über die Dorfplatzgestaltung am Montagabend nur etwa 70 Affinger in die Mehrzweckhalle, darunter zahlreiche Gemeinderäte, doch diese beschäftigten sich intensiv mit der Frage, ob man die alte Schule abreißen und für das Rathaus einen Neubau errichten, oder ob man das 1b sanieren und für das Rathaus anbauen sollte. Fotos: Grunert



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Von oben links im Uhrzeigersinn nach unten links: Sanierung der alten Schule plus Anbau, Neubau eines „ortstypischen“ Langbaus, Neubau der in der Form frei ist, Neubau eines Kubus’.



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Veröffentlicht am 25.04.2013 11:40 Uhr




 

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