Affing    

Richtig gehandelt

Affing - Zu Beginn der Affinger Gemeinderatssitzung am Dienstagabend informierte Bürgermeister Markus Winklhofer über Beschlüsse aus vorangegangenen, nicht-öffentlichen Gemeinderatssitzungen, die im Nachhinein per Gesetz veröffentlicht werden müssen. Unter anderem berichtete er von einem Runden Tisch im Landratsamt. Die Rechtsaufsicht war eingeschaltet worden, weil man Winklhofer unterstellte, er habe seine Kompetenzen hinsichtlich der Ermittlung von Baulandpreisen überschritten.

Hintergrund sind lange Diskussionen, die im vergangenen Jahr im Gemeinderat geführt wurden. Wie viel darf ein Bauplatz in Affing kosten? Wie sehr kann man junge Einheimische finanziell belasten? Die Kommune liegt günstig und bietet eine herausragende Infrastruktur. Klar, dass in den Jahren, seit zuletzt ein Neubaugebiet ausgewiesen wurde, die Preise angezogen haben.
Um keinen Fehler zu machen - die Gemeinde muss per Gesetz wirtschaftlich arbeiten und darf beispielsweise nicht Plätze anbieten, die deutlich günstiger sind als im Durchschnitt - engagierten Markus Winklhofer und der damalige Verwaltungsleiter Thilo Leister einen Gutachter. Zur Vorbereitung der Sitzung, auf der dann über die Margen diskutiert werden sollte.
Also ohne vorher den Gemeinderat um Zustimmung zu ersuchen, ob man den Gutachter einschalten dürfe. Laut Bürgermeister habe man auf diesen Schritt verzichtet, da die Sache auch geeilt habe.
Oft wurde die Affinger Verwaltung schon gescholten, sie sei zu schwerfällig, doch dieses selbstständige Arbeiten erregte nun auch wieder einige Gemüter. Schließlich wurde die Rechtsaufsicht eingeschaltet.
Wie Winklhofer auf Nachfrage erklärt, habe die übergeordnete Behörde sein und Leisters Vorgehen "im Großen und Ganzen" als in Ordnung eingestuft. "So etwas fällt im Rahmen der Vorbereitung einer Sitzung in die Zuständigkeit von Bürgermeister und Verwaltung."

Von Monika Grunert-Glas



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Veröffentlicht am 18.06.2020 17:11 Uhr



 
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