Affing    

Masterplan für Breitband

Affing - Hinsichtlich Breitbandausbau ist Affing, vor allem im Vergleich mit ähnlich großen Gemeinden oder anderen Orten am Lechrain, relativ gut ausgestattet. Schon seit Jahren nutzt man alle Fördermöglichkeiten und ermöglicht den Bürgern "schnelles Internet". So ist es kein Wunder, dass auch am Dienstagabend der gesamte Gemeinderat dafür stimmte, dass ein Masterplan für den weiteren Breitbandausbau angefertigt werden soll.

Roland Werb ist Geschäftsführer der Corwese GmbH in Seefeld. Sein Unternehmen hat schon Hunderte Kommunen beraten. Denn diese Beratung ist quasi kostenlos - sie wird zu 100 Prozent von der Bundesrepublik gefördert. In Affing lief der Weg zu dieser Beratung vielleicht etwas ungewöhnlich. Gerhard Faltermeier kritisierte denn auch: "Mich irritiert, dass der Anstoß dazu von der Erdgas Schwaben kommt. Sollte auf solche Möglichkeiten nicht die Verwaltung ein Auge haben?" Verwaltungsleiter Bernhard Frank wies das von sich: "Wir haben nichts verschlafen." Das Förderprogramm gebe es erst seit Anfang März.
Erdgas Schwaben hatte sich an die Gemeinde gewandt und berichtet, es gebe eine Vielzahl von Interessenten hinterhalb des Affinger Bachs, die einen Erdgas-Netzanschluss möchten. Betroffen seien der Mühl- und Föhrenweg sowie die Aulzhauser Straße. Erdgas Schwaben bietet an, man könne dann gleich Leerrohre zwecks Breitband mit verlegen. Dafür jedoch benötige man einen Breitband-Masterplan. Nach diesem Schreiben wandte sich die Affinger Verwaltung an das Büro Corwese.
Schnelles Internet sowie gute Mobilfunkbedingungen sind wichtige Standortfaktoren für eine Gemeinde, machte Roland Werb deutlich. Die Bandbreite verdopple sich alle zwei Jahre. Nun wird die Corwese GmbH eine Bestandsaufnahme machen: Wer hat wo wie viel Kapazität zur Verfügung? Jedes einzelne Haus soll geprüft werden, Privat wie Gewerbe. Sodann wird eine Grobplanung erstellt samt Kostenschätzung, was für eine Optimierung des Angebots fällig wäre. So kann dann der Gemeinderat entscheiden, wie der Ausbau vorgenommen werden soll. Corwese kümmert sich nicht nur um die Internetversorgung, sondern untersucht auch das Mobilfunknetz. Telekom, O2 und Vodafone versorgen das Gemeindegebiet wohl ganz gut, abgesehen von einer Region um Frechholzhausen herum. Dort gibt es bei der Telekom und Vodafone eine Lücke. Allerdings betonte Diplomingenieur Roland Werb: "Die vorhandenen Karten sind zu optimistisch. So gut ist es nicht." Corwese prüfe, und meist sei es dann so, dass aufgrund des allgemein anerkannten Befunds die Anbieter nachbesserten. Man sorge dafür, dass "die Netzbetreiber nicht mit Ihnen Schlitten fahren".

Von Monika Grunert Glas



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Veröffentlicht am 17.06.2020 16:55 Uhr



 
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