Affing    

Bis auf weiteres nicht genehmigt

Affing - Die Festschrift ist druckreif, die sind Abzeichen bestellt, die Festdamen eingekleidet, der ist Schlossstadel auf Vordermann gebracht, der Plan steht. Doch ob das Fest zum 150-jährigen Bestehen der Affinger Feuerwehr Ende Mai tatsächlich stattfinden kann, steht in den Sternen. Die Verantwortlichen der Affinger Brandbekämpfer sind - wie in der Corona-Krise so viele - zum Abwarten verdonnert.


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Seit Monaten wirbt die Affinger Feuerwehr am Feuerwehrhaus für ihr Gründungsjubiläum im Mai. Ob es stattfinden kann, hängt von der Dynamik der Corona-Krise ab. Die Ehrenamtlichen hängen in der Luft - und müssen nun erst einmal abwarten.


Mitte März bekam Franz Limmer ein Schreiben vom Landratsamt. Darin heißt es, dass Genehmigungen für solche Feste nun ausgesetzt seien. Bis auf weiteres. Genau hier liegt für den Vorsitzenden der Affinger Feuerwehr das Problem: "Wir haben für das Fest Verträge mit den Bands, der Brauerei..." Raus komme er aus diesen Kontrakten nur, wenn höhere Gewalt im Spiel sei, oder das Fest aufgrund einer behördlichen Anordnung nicht stattfinden könne. Wie lange aber "bis auf weiteres" und damit auch die Aussetzung der Genehmigung dauere, könne laut Limmer kein Mensch sagen. Und einen Vertragsbruch will die Affinger Feuerwehr nicht riskieren. "Wir würden auf den Kosten sitzen bleiben, das wär ganz schlecht", sagt Limmer.
Die Feuerwehr ist ohnehin schon schwer in Vorleistung gegangen: Bereits im vergangenen Jahr lief die Werbung an, Karten werden seit Monaten verkauft. Das Festzelt für rund 2000 Gäste ist bestellt, die Bedienungen sind gebucht. Kutschen und Pferde für den Festumzug sind organisiert, die Vereinsfahne ist restauriert und auch ein runder Tisch mit den beteiligten Behörden und der Security hat bereits stattgefunden. Mehrere Tage lang haben die Feuerwehrler die Stadelbar im Affinger Schlosshof grundsaniert und ordentlich auf Vordermann gebracht. Schließlich hat die Bar schon 25 Jahre auf dem Buckel: Sie wurde für das 125-jährige Gründungsjubiläum gebaut - und sollte nun beim nächsten großen Fest der Affinger Wehr wieder zum Einsatz kommen. "Wir haben schon viel Geld ausgegeben, aber noch mehr ehrenamtliche Arbeit investiert", sagt Limmer. Vor allem der Festausschuss, der seit mehreren Jahren an der Planung der Großveranstaltung arbeitet, sei langsam frustriert: "Man hat so viel Zeit und Herzblut reingesteckt und kann jetzt nur schauen, was passiert - und was nicht passiert.
Das Schlimmste ist die Ungewissheit," findet der Feuerwehrvorsitzende und ist damit nicht allein. Viele Mitglieder wollen von ihm wissen, ob sie jetzt für das Fest im Mai Urlaub nehmen sollen oder nicht. Limmer kann es nicht sagen. Auch wenn er nicht wirklich davon ausgeht, dass das Feuerwehrjubiläum in Affing wie geplant über die Bühne gehen wird.
Ob man im Mai schon Großveranstaltungen mit über 2000 Besuchern stattfinden lässt? "Das kann ich mir eigentlich nicht vorstellen", meint der 32-Jährige auch mit Blick in andere Länder, in denen das Coronavirus schon früher zugeschlagen hat. Doch solange nicht feststeht, wie lange "bis auf weiteres" wirklich dauert, sind ihm hinsichtlich der Verträge die Hände gebunden. Dass vor dem mittlerweile magischen Stichtag 19. April irgendeine Entscheidung kommt, davon geht er nicht aus. Das Fest komplett ausfallen zu lassen, ist für Limmer eigentlich ein Unding. Allerdings sei auch eine Verschiebung nicht die leichteste Übung: "Unsere Kapellen sind ein Jahr im Voraus ausgebucht, und dann sind ja auch schon andere große Feuerwehrfeste geplant", meint Limmer. Aber erst einmal bleibe den Affingern sowieso nichts anderes übrig, als abzuwarten. "Wir haben schon viel Geld ausgegeben, aber noch mehr Arbeit investiert"

Von Verena Heißerer


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Veröffentlicht am 05.04.2020 16:53 Uhr



 
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