Affing    

Mehrheit für die Ampel

Affing - Die Ampel für die Kreuzung am Mühlhauser Gewerbegebiet kommt. Das beschloss der Affinger Gemeinderat am Dienstag mit 11:6 Stimmen. Die Kosten dafür belaufen sich nach derzeitigen Schätzungen auf etwa 150 000 Euro. Da diese im Haushalt 2019 nicht eingeplant sind, wird die Anlage erst 2020 realisiert.

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Schon seit Mai 2018 beschäftigt sich der Affinger Rat in verschiedenen Konstellationen mit der Verkehrssituation an der Kreuzung Augsburger Straße/Unterkreuthweg/Seeweg. Ein Gutachten hält eine steuerbare Lichtsignalanlage jedenfalls für leistungsfähig. Dennoch war zwischenzeitlich ein Probebetrieb der Ampel in Erwägung gezogen worden, um Bedenken wegen Rückstaus und Stop-and-Go-Verkehr möglicherweise auszuräumen. Auch am Dienstag wurden die Argumente für und wider die Ampel nocheinmal ausführlich ausgetauscht.
Markus Jahnel, der den Bau der Ampel beantragt hatte, ging es vor allem um die Sicherheit derer, die aus dem Gewerbegebiet oder dem Seeweg auf die Augsburger Straße fahren. Er ist überzeugt, dass die Ampel die einzige Möglichkeit sei, die Situation an dieser Stelle - "das ist die Kreuzung, die am meisten Verkehr ertragen muss" - zu verbessern. Schon heute würden Geschäfte gemieden, viele aus dem Wohngebiet, die nach Augsburg wollten, würden erst in den Ort fahren und dort wenden. "Der Verkehr hat zugenommen, und wir wollen das Gewerbegebiet noch erweitern, das bringt noch mehr Verkehr", erläuterte Jahnel. Zudem verwies er darauf, dass bereits ein 20 Jahre alter Bebauungsplan eine Ampel vorgesehen hatte. Josef Engelschalk bestätigte, dass es oft zu gefährlichen Situationen komme, gerade, wenn sich Lastwagen reindrängelten. "Die Ampel gehört da hin, wenn's mal scheppert, dann gut' Nacht". Auch Gerhard Faltermeier appellierte an die Kollegen für die Ampel zu stimmen: "Sicherheit ist das einzige Thema, das hier eine Rolle spielen sollte", so der Zweite Bürgermeister. Klar für die Ampel sprach sich auch Gerald Eberl aus: Der Verkehrsfluss sei sowieso beeinträchtigt, man müsse sich eben auf das Gutachten verlassen. Zudem ließen sich die Einstellungen der Steuerung auch im Nachhinein anpassen.
Stefan Matzka hält die Ampel dennoch nicht für zielführend. Man sollte das Geld lieber in die Westumfahrung stecken, dann erledige sich das Thema von selbst. Zudem seien es nur ein paar Stunden am Tag, an denen es eng werde.
Das wollte Matthias Brandmeir nicht gelten lassen - schließlich treffe das auf alle Ampeln zu. Die seien offenbar ein gutes System, um viel Verkehr zu regeln. "Es ist doch sehr unwahrscheinlich, dass es gerade in unserem Fall nicht funktionieren sollte", so Brandmeir, der sich gegen den Probebetrieb aussprach.
Dennoch fand Georg Engelhard, man könne es dem Bürger nicht zumuten, 150 000 Euro auszugeben, ohne zu wissen, ob die Ampel funktioniert. Auch Josef Schmid plädierte für einen Probebetrieb, den die Mehrheit des Verkehrsausschusses abgelehnt hatte, weil er mit rund 55 000 Euro zu Buche schlgen würde. Schmid meinte, die Gutachten seien mit Vorsicht zu genießen: 2014 habe es geheißen, weder Ampel noch Kreisel seien möglich, 2018 gehe die Ampel plötzlich. Auch Carlos Waldmann war gegen die Ampel: "Wenn es nur um die Sicherheit geht, dann bauen wir eben eine für die Fußgänger."
Abschließend stellte Bürgermeister Markus Winklhofer fest, dass die Ampel ein sehr sensibles Thema sei: "Wir werden keinen Konsens bekommen." Elf Gemeinderäte stimmten für die Errichtung der Ampel, sechs votierten dagegen (Paul Moll, Xaver Lindermeir, Matzka, Engelhard, Waldmann und Schmid). "Wenn's da scheppert, dann gut' Nacht"

Von Verena Heißerer


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Veröffentlicht am 17.07.2019 23:00 Uhr




 

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