Affing    

Gefahren überall

Affing - Am Mittwoch tagte zum ersten Mal in der Geschichte der Gemeinde Affing ein Ausschuss. Die fünf Mitglieder und Bürgermeister Markus Winklhofer befassten sich mit dem Thema Verkehr: Insbesondere ging es um die Sanierung des Mühlhauser Bergs und Möglichkeiten, die Geschwindigkeit auf der Staatsstraße, die durch Affing, Aulzhausen und Mühlhausen führt, zu begrenzen.


Diese Forderung war schon mehrfach laut geworden, zuletzt hatte ein Anwohner auf der Bürgerversammlung angeregt, Lkw auszusperren und den Verkehr über Geschwindigkeitsbegrenzungen zu bremsen. Ein Gespräch im Landratsamt, das Verwaltungsmitarbeiterin Marianne Birkner mit dem Sachgebietsleiter des Verkehrswesens geführt hatte, machte dabei wenig Hoffnung: Heinz Geiling sieht keine Chance für Tempo 30, auch bestimmte Fahrzeuge auszuschließen, sei nicht möglich, hieß es in der Beschlussvorlage.
Um solche Maßnahmen zu ergreifen, müsse eine örtliche Gefahrenlage bestehen, die "das Allgemeine Risiko einer Beeinträchtigung von Leben, Gesundheit oder Eigentum von Personen ... erheblich übersteigt". Wenn wirklich eine Gefahr bestehe, müssten zunächst auch Hinweisschilder angebracht werden, wie Birkner erklärte. Um die Geschwindigkeit aus Lärmschutzgründen zu beschränken, sei grundsätzlich ein Gutachten nötig.
Das sahen die Mitglieder des Verkehrsausschusses - Stefan Matzka, Gerhard Faltermeier, Christine Schmid-Mägele, Josef Schmid und Helmut Merwald - anders. Letzterer fand es "unerhört, dass man nie Gehör findet". Auf dem Weg von Affing Richtung Mühlhausen machten die Mitglieder gleich mehrere Gefahrenquellen aus: die Kurve bei der Wirtschaft in Affing, die Ausfahrt am Schlossplatz, die scharfe Kurve in Aulzhausen, wo man kurz zuvor auch nach Gebenhofen abbiegen kann, die Verkehrssituation rund um die Realschule in Bergen samt Mühlhauser Berg, wo sich zahlreiche Schüler bewegen, und die Bushaltestelle an der Einmündung der Staatsstraße in Richtung Rehling. Für all diese neuralgischen Punkte will man nun zusammen mit den Fachleuten bei einer Verkehrsschau nach Lösungen suchen. Zudem schlug Schmid vor, sich an den AVV zu wenden und zu versuchen, die Linienbusse, in denen viele Schüler sitzen, eine Schleife über den Schulparkplatz drehen zu lassen, damit die Schüler dort aussteigen können und nicht die Staatsstraße überqueren müssen.
Thema auf der Bürgerversammlung war auch der Mühlhauser Berg. Dort tut sich was. Wie Winklhofer berichtete, hat das Staatliche Bauamt mit den Planungen begonnen, die Vermessung liege vor. Allerdings: Die Kosten, die im Raum stehen, haben es in sich. Laut Bauamt ist für eine Verbreiterung von Straße samt Geh- und Radweg eine zusätzliche Stützmauer nötig. Das ergebe laut Bauamt grob geschätzt Baukosten von etwa vier Millionen Euro. Weil die Gemeinde für Geh- und Radwege zuständig ist, komme ein "erheblicher Teil" auf die Kommune zu. Im Mai sollen Details zum Projekt vorgestellt werden. Der Ausschuss war sich einig, einen einseitigen Geh- und Radweg zu favorisieren. Außerdem soll sich das Staatliche Bauamt die gesamte Ortsdurchfahrt genauer anschauen: Die Decke sei überall kaputt.
Als es um die Geschwindigkeitsreduzierung ab der Zufahrt zum künftigen Baugebiet "Am Weberanger" ging, entwickelte sich in der sonst sehr sachlichen Sitzung ein kleines Scharmützel zwischen Merwald und Schmid. Um sich aller Probleme auf einmal zu entledigen, sah Merwald nur eine Lösung: "Wir brauchen die Westumfahrung", meinte er, und an Schmid gewandt: "Immer nur zu verhindern, bringt doch nichts." Der Angesprochene gab sich enttäuscht und bezeichnete den Vorwurf als "absolut deplatziert". Sie seien keine Verhinderer, sie hätten nur eine andere Vorstellung einer Umfahrung - und das sei absolut demokratisch und rechtens.
Winklhofer führte die Diskussion wieder aufs eigentliche Thema zurück. Gerhard Faltermeier meinte, man solle an einer Verschiebung der Ortsschilder dran bleiben - schließlich werde das Baugebiet ja auch über die Staatsstraße erschlossen. Und wo es eine Regel gebe, gebe es auch Ausnahmen. Scharmützel wegen Umfahrung

Von Verena Heißerer


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Veröffentlicht am 14.03.2019 23:00 Uhr




 

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