Einen Vortrag über Heilkunst hielt Apotheker Dr. Hannes Proeller im Affinger Bücherstüberl. Seine Ausführungen begannen bei den Hexen, die im Mittelalter eigene Erkenntnisse aus Naturbeobachtungen über die herrschende Lehre von Kirche und Adel stellten, ihr Wissen in Geheimbünden teilten und aus Naturpräparaten Heilmittel herstellten. Aber auch über die heutige Zeit hatte er interessante Einsichten mitgebracht. Würden die Menschen sich nur fünf Prozent mehr bewegen und fünf Prozent weniger essen, könnte er drei seiner Apotheken direkt schließen, so der erfolgreiche Geschäftsmann.
Mit einem weiteren nachhaltigen Gedanken entließ er die Zuhörenden. Aus seiner Sicht hat sich die Wahrnehmung von Gefahren und Nebenwirkungen merkwürdig verschoben. Jede 100. Motorradfahrt ende beispielweise tödlich, berichtete er. Trotz schädlicher Wirkung von Alkohol- oder Zuckerkonsum seien deren massiven Folgen gesellschaftlich hingegen „eingepreist”. Die Nebenwirkungen von Medikamenten wiederum würden vom Gesetzgeber minutiös überwacht und die Liste der aufzuführenden Risiken werde immer länger, weshalb Proeller zum Ende noch ein absurdes literarisches Werk zum Besten gab: den Beipackzettel seines Nasensprays.