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Kein Gedanke an Gefängnis

Dasing - Der Gemeinderat ist am Dienstagabend einer Holzlamellen-Fassade für das neue Verwaltungsgebäude in Dasing nähergetreten. Hatte es in der Sitzung im Oktober noch große Vorbehalte gegen den Baustoff Holz und Assoziationen mit einem Gefängnis gegeben (wir berichteten), so ließen sich nun fast alle Räte von dem Entwurf überzeugen.


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Das wichtigste Gebäude gleich nach der Kirche ist das Rathaus. Der Entwurf für das neue Verwaltungsgebäude in Dasings Ortsmitte stieß im Gemeinderat auf sehr positives Echo. Entwurfsverfasser: Haack + Höpfner, Architekten BDA, München/Visualisierung: sketchwork.de


"Das ist eine gesunde Mischung aus Neu und Alt", sagte Peter Fiehl (CSU) und regte sogar an: "Ich würde die Tenne auch so verkleiden."
Die Gemeinderäte hatten sich zwischenzeitlich mit Handwerkern unterhalten und ähnliche Gebäude in der Umgebung angesehen. Von der Verwendung von Naturholz wurde in der Diskussion abgeraten, da es unterschiedlich verwittert, je nachdem, wie stark es Regen und Wind ausgesetzt ist. Ein vorvergrautes Holz ergibt dagegen auch auf lange Sicht ein einheitliches Fassadenbild. Generell wurde geäußert, dass Holz sehr beständig ist und wohl nicht häufig saniert werden muss.
Zu der Holzlamellen-Verkleidung hatte auch der Kreisbaumeister geraten. Sie wird teurer als eine verputzte Fassade, aber für die Lamellen stehen Fördergelder in Aussicht, und es handelt sich, wie festgestellt wurde, schließlich um das wichtigste Gebäude im Ort nach der Kirche.
Bürgermeister Andreas Wiesner (FWD) ergänzte, auch die Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung fänden den Entwurf mehrheitlich gelungen. Er selbst sprach von einer ruhigen Fassade, die die Anmutung der umliegenden Hofstellen aufgreife.
Iris Neusiedl (FWD) sprach dem Planer John Höpfner ein großes Lob aus. Anne Glas (Aktive Bürger) fand den Entwurf preisverdächtig. Ein solches Rathaus gebe es im ganzen Landkreis nicht noch einmal. Lediglich Johannes Ankner (FWD) gefiel die Fassade bei geschlossenen Fenstern nicht so gut.
Bauamtsmitarbeiter Karl Gamperl sagte dazu, es gebe nicht nur die Holzlamellen als Sonnenschutz, sondern auch Rollläden.
Der Beschluss für die Holzlamellen fiel schließlich mit 16:2 Stimmen. Außerdem entschied der Rat bei einer Gegenstimme, auf dem Dach keine neue Photovoltaik-Anlage zu installieren, weil der gewonnene Strom nicht selbst verwendet werden könne, sondern eingespeist werden müsse.
Glas mahnte freilich, über andere Möglichkeiten nachzudenken, erzeugten Strom selbst zu verbrauchen, etwa in einem Netzwerk, an das benachbarte Haushalte angeschlossen werden könnten. Wiesner sagte: "Wenn der Strom nutzbar wird, dann sind wir vorbereitet." Ein weiterer Beschluss wurde zur Gestaltung der Außenanlagen gefasst. Auf dem Platz innerhalb des Verwaltungszentrums soll es ein Wasserspiel geben, das symbolhaft für die Paar stehen könnte. Eine Kinderrutsche fand der Rat an dieser Stelle deplatziert. Beschlossen wurde dagegen, eine Sitzmöglichkeit mit Bepflanzung zu schaffen (einstimmig).
Ferner beschloss der Rat bei einer Gegenstimme, für den Verwaltungskomplex eine Förderung durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau zu beantragen. Wiesner sagte, er habe gehört, dass das Programm im kommenden Jahr auslaufe. Daher wollte er, dass sich Dasing zumindest vorsorglich bewirbt. Ein Zuschuss von 15 Prozent in Höhe von maximal 990 000 Euro wäre denkbar.

Von Andreas Alt


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Veröffentlicht am 08.12.2021 18:03 Uhr