Der Jahresrückblick 2023 der Aichacher Zeitung

Heizkraftwerk setzt weniger Wärme ab

Setzte im Jahr 2022 weniger Wärme ab: Das Biomasse Heizkraftwerk in Aichach-Nord. (Archivfoto: Mathilde Mahrenholz)
Setzte im Jahr 2022 weniger Wärme ab: Das Biomasse Heizkraftwerk in Aichach-Nord. (Archivfoto: Mathilde Mahrenholz)
Setzte im Jahr 2022 weniger Wärme ab: Das Biomasse Heizkraftwerk in Aichach-Nord. (Archivfoto: Mathilde Mahrenholz)
Setzte im Jahr 2022 weniger Wärme ab: Das Biomasse Heizkraftwerk in Aichach-Nord. (Archivfoto: Mathilde Mahrenholz)
Setzte im Jahr 2022 weniger Wärme ab: Das Biomasse Heizkraftwerk in Aichach-Nord. (Archivfoto: Mathilde Mahrenholz)

Die Apelle zum Energiesparen, der Klimawandel und die warme Witterung haben sich beim Biomasse Wärmeverbund Aichach (BWA) niedergeschlagen: Das Unternehmen setzte im Jahr 2022 7,2 Prozent weniger Wärme ab als 2021, 14 744 statt 15 882 Megawattstunden.

Welchen Einfluss der Klimawandel auf das Ergebnis hat, zeigt die sogenannte Jahresgradtagzahl. Sie stellt laut dem Internetlexikon Wikipedia den Zusammenhang zwischen Raumtemperatur und der Außenlufttemperatur für die Heiztage eines Zeitraums dar. Sie ist ein Hilfsmittel zur Bestimmung der Heizkosten und des Heizstoffbedarfs. Die Jahresgradtagzahl ging von 3950 im Jahr 2021 auf 3454 in 2022 zurück. Der Zehn-Jahresdurchschnitt liegt bei 3753.

Trotzdem erwirtschaftete die BWA im vergangenen Jahr einen deutlichen Jahresüberschuss von gut 404 000 Euro. Der ist allerdings niedriger als im Jahr 2021. Damals lag er noch bei mehr als 454 000 Euro. Der Rückgang hänge nicht nur mit dem geringeren Wärmeabsatz, sondern auch mit der Inflation und der allgemeinen Preissteigerung zusammen, wie BWA-Geschäftsführer Richard Brander am Rande der jüngsten Sitzung des Aichacher Finanzausschusses sagte. Dort stand die Bilanz des Unternehmens auf der Tagesordnung.

Das Energieunternehmen wurde 1997 als Biomasse-Heizwerk gegründet und 2007 zum Biomasseheizkraftwerk umgerüstet. Seitdem beliefert es nicht nur ein Nahwärmenetz, sondern produziert auch Strom. Das Werk bei Aichach-Nord versorgt etwa 1000 Haushalte, im vergangenen Jahr sind nochmal 24 dazu gekommen. Gesellschafter sind mit 37 Prozent der Landkreis Aichach-Friedberg und mit 63 Prozent die Stadt Aichach.

Insgesamt sei die BWA, so Kämmerer Wolfgang Ostermair in seinem Bericht, finanziell gut aufgestellt. Das Eigenkapital hat sich von 2,9 auf fast 3,3 Millionen Euro erhöht, die Schulden baute man von 381 000 auf 185 000 Euro ab. An die Gesellschafter erfolgt eine Gewinnausschüttung. Sie liegt für die Stadt Aichach bei 12 500 Euro.

Wie Richard Brandner erklärte, habe das Unternehmen die ersten fünf Jahre seines Bestehens ein leichtes Minus geschrieben, seitdem mache man Gewinne. Die aufgelaufenen Gewinne, der sogenannte Gewinnvortrag, werden in der Bilanz 2022 erstmals ausgewiesen und belaufen sich auf 1,3 Millionen Euro. Ein finanzielles Polster, mit dem man Verluste in schlechten Jahren ausgleichen könne, wie Brandner erläuterte.

Die sind aktuell nicht zu erwarten, allerdings besteht die Gefahr, dass aufgrund des schwierigen Energiemarktes die Versorgung mit Waldhackschnitzeln schwierig werde. Momentan sei sie aber noch gesichert.


Dr. Berndt Herrmann
Dr. Berndt Herrmann

Redakteur

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