Der Jahresrückblick 2023 der Aichacher Zeitung
Veröffentlicht am 20.05.2024 14:25

FC Pipinsried beendet die Bayernliga-Saison mit einem Erfolg

<b>Der erste Streich</b> von Fabian Benko. Pipinsrieds offensiver Mittelfeldspieler trifft frei vor Batuhan Tepe zum 2:1, vor der Pause erzielte er noch das 3:1. (Foto: Sabine Olfen)
Der erste Streich von Fabian Benko. Pipinsrieds offensiver Mittelfeldspieler trifft frei vor Batuhan Tepe zum 2:1, vor der Pause erzielte er noch das 3:1. (Foto: Sabine Olfen)
Der erste Streich von Fabian Benko. Pipinsrieds offensiver Mittelfeldspieler trifft frei vor Batuhan Tepe zum 2:1, vor der Pause erzielte er noch das 3:1. (Foto: Sabine Olfen)
Der erste Streich von Fabian Benko. Pipinsrieds offensiver Mittelfeldspieler trifft frei vor Batuhan Tepe zum 2:1, vor der Pause erzielte er noch das 3:1. (Foto: Sabine Olfen)
Der erste Streich von Fabian Benko. Pipinsrieds offensiver Mittelfeldspieler trifft frei vor Batuhan Tepe zum 2:1, vor der Pause erzielte er noch das 3:1. (Foto: Sabine Olfen)

Wie gut, dass es das Internet gibt. Und Mobiltelefone. So war es für Fabian Willibald ein Leichtes, in nur wenigen Sekunden herauszufinden, wann er denn sein bislang letztes Punktspieltor erzielt hatte. Exakt am 6. April 2019 war’s gewesen, in der B-Junioren-Bundesliga Süd/Südwest für den FC Ingolstadt beim 1:0-Auswärtserfolg in Heidenheim. Jetzt, 1869 Tage später, hat der mittlerweile 21-Jährige wieder einmal eingenetzt – zum zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich seines FC Pipinsried gegen Türkspor Augsburg. Und am Ende gab’s dann sogar einen souveränen 4:1 (3:1)-Heimsieg der Gelb-Blauen zu feiern. Also strahlte Willibald am Samstagabend über das ganze Gesicht. Aber nicht nur er.

Doch noch ein einstelliger Tabellenplatz

Die Stimmung in Pipinsried war nach der letzten Saisonpartie 2023/24 ausgesprochen gut. Bei wohlschmeckendem Schweinsbraten sowie selbst gemachten Salaten redete man nochmals miteinander, lachte miteinander – und war irgendwie doch ganz zufrieden mit dem Erreichten. Dank des abschließenden Erfolgs gegen die jetzt in die Abstiegsrelegation müssenden Augsburger ergatterte der FCP tatsächlich noch einen einstelligen Platz im Schlussklassement der Bayernliga Süd, den achten.

Betrachtet man rein die nackten Ergebnisse, dann hat sich der Trainerwechsel Mitte April (Josef Steinberger für Martin Weng) wohl ausgezahlt. So blieben die Gelb-Blauen mit dem dominanten Niederbayern an der Seitenlinie in fünf von sechs Spielen ungeschlagen, sammelten neun Punkte und verabschiedeten sich dadurch eben doch noch ins gesicherte Tabellenmittelfeld. „Wir haben also unser Ziel erreicht“, sagt Steinberger: „Dass wir das schaffen, da war ich mir von Anfang an sicher, denn sonst hätte ich diese anspruchsvolle Aufgabe gar nicht erst angenommen.“

Ansonsten gab sich Steinberger am Samstagabend eher wortkarg, besonders, wenn es um seine Zukunft in Pipinsried ging. Bleibt er? Geht er? „Ich bin kein Freund von Wasserstandsmeldungen“, so der gebürtige Gottfriedinger: „Der Verein und ich werden in den nächsten Tagen wieder miteinander reden, dann sehen wir weiter.“

Am Samstagabend wollte er einfach nur die Atmosphäre beim FCP genießen. „Ich bin wirklich begeistert und beeindruckt davon, wie viele Ehrenamtliche hiermit hinlangen“, so Steinberger: „So etwas ist in der heutigen Zeit nicht mehr selbstverständlich, und das dürfte auch von den Spielern gerne noch ein bisschen mehr gewürdigt werden.“

Zumindest am Samstag schaffte es die Mannschaft, den zahlreichen Helfern einen schönen Nachmittag zu bereiten. „Allerdings brauchten wir in beiden Halbzeiten erst noch einen Weckruf“, ärgerte sich Steinberger ein bisschen. So gerieten die Hausherren in der 13. Minute sogar in Rückstand – weil sie (wieder einmal) bei einem gegnerischen Eckstoß nicht hellwach wirkten. Kerem Cakin nahm die Einladung dankend an und staubte nach einem Pfostenabpraller unbehelligt zum 0:1 ab.

Aber dann kam eben Willibalds Torpremiere: Nach einer präzisen Freistoßhereingabe von Arif Ekin musste der Abwehrhüne sogar nicht einmal groß hochspringen, um die Kugel per Kopf ins linke Eck zu setzen (17.). Und wie fühlte sich das Ganze an? „Schon ausgesprochen gut“, verriet der 21-Jährige lächelnd: „Ich wusste ja bereits gar nicht mehr, wie das ist. Und jetzt hätte ich das bitte schön gerne öfter.“

Gerne öfter hätten die FCP-Fans auch von Fabian Benko so einen Auftritt, wie er ihn am Samstag hinlegte, denn endlich einmal deutete der Freigeist im offensiven Mittelfeld nicht nur an, welche genialen Fähigkeiten ihm zu eigen sind. Er nutzte sie diesmal auch effektiv aus, setzte seine Mitspieler immer wieder gut in Szene – und schnürte zudem, nach unwiderstehlichen Sololäufen, einen Doppelpack zur vorentscheidenden 3:1-Pausenführung (27./34.).

Womit wir zum Weckruf Nummer zwei kommen, den Steinberger vorhin andeutete. So vergingen nach dem Seitenwechsel keine 180 Sekunden, bis den Gästen aus Augsburg ein berechtigter Foulelfmeter zugesprochen wurde, aber Jeton Abazi scheiterte damit am stark reagierenden FCP-Keeper Maximilian Retzer. Der Rest war dann nur noch Pipinsrieder Schaulaufen. Wobei: Einen Treffer zum 4:1-Endstand hatten die Hausherren doch noch für die Besucher. Sebastian Keßler erzielte ihn mit einem leicht abgefälschten 22-m-Schuss in der 88. Minute, und auch für ihn war es das erste Punktspieltor im Herrenbereich. Wie für Willibald.

FC Pipinsried: Retzer (82. Kirr) – Greifenegger, Lobenhofer, Willibald, Mayer (57. Petkovic) – Ekin, Kampmann (73. Rodriguez-Benitez), Benko, Gutia (57. Keßler) – Wiegert, Gerstmayer.

Tore: 0:1 Cakin (12.), 1:1 Willibald (17.), 2:1, 3:1 Benko (27., 34.), 4:1 Keßler (88.) – Schiedsrichter: Schuster (Hohenau) – Zuschauer: 135 – Gelbe Karte: Gerstmayer/Krachtus – Bes. Vork.: Retzer hält Foulelfmeter von Abazi (50.).


Von Roland Kaufmann
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