Alle Jahre im November verändert sich der Anblick der Altomünsterer Altäre in der Pfarrkirche St. Alto völlig. Die gewohnten Altarbilder werden im Totenmonat abgenommen und die Katakombenheiligen kommen zum Vorschein.
In einer Kirchenführung brachte der Altomünsterer Historiker, Prof. Dr. Wilhelm Liebhart, den vielen Besuchern die Geschichte der Katakombenheiligen näher. Sie stammen alle aus den römischen Katakomben und wurden teilweise noch zur Vorgängerkirche nach Altomünster gebracht. „Es war damals Mode, solche heiligen Gebeine in die Kirchen zu holen“, sagte er.
In der Regel sind die Gebeine der Heiligen liegend in ihren Schreinen unter oder auf den Altären angebracht. Es ist eine weitere Besonderheit, dass es in Altomünster nicht nur zwei solcher heiligen Leiber gibt, sondern am oberen Hochaltar auch drei stehende, nämlich Mercuria mit ihren Kindern Fortunat und Viktoria und an den vorderen Seitenaltären die beiden heiligen Ritter Maximian und Alexander in sitzender Form.
Insgesamt befinden sich also sieben Reliquien in der barocken Fischerkirche, deren feierliche Ankunft damals der Birgitten-Prior Simon Hörmann für die Bevölkerung zu einem religiösen Ereignis machte. Er verfasste dazu auch 1688 und 1694 zwei „Translationsspiele“, die 1983 vom Altomünsterer Theaterverein in der Kirche aufgeführt wurden.
Ein paar kurze Szenen aus diesem Spiel trugen Wilhelm Liebhart, Georg und Gisela Huber bei dieser Führung vor, in denen die Katakombenheiligen den heiligen Alto um freundliche Aufnahme bitten.
Wer die Reliquien sehen will, hat kommende Woche noch Gelegenheit dazu. Am ersten Advent verschwinden sie wieder hinter den Altarbildern.