Der Jahresrückblick 2023 der Aichacher Zeitung
Veröffentlicht am 19.02.2023 20:01

„Boaznclassic” bald auf CD

Mit einer flinken Hand   ließen Matthias und Maresa Well (von links) sowie Alex Maschke den Bogen über ihre Geigen streichen. Erst durch das Cello, gespielt von Maria Well, sind die Nouwell Cousines komplett. 	Foto: Thomas Weinmüller (Foto: Thomas Weinmüller)
Mit einer flinken Hand ließen Matthias und Maresa Well (von links) sowie Alex Maschke den Bogen über ihre Geigen streichen. Erst durch das Cello, gespielt von Maria Well, sind die Nouwell Cousines komplett. Foto: Thomas Weinmüller (Foto: Thomas Weinmüller)
Mit einer flinken Hand ließen Matthias und Maresa Well (von links) sowie Alex Maschke den Bogen über ihre Geigen streichen. Erst durch das Cello, gespielt von Maria Well, sind die Nouwell Cousines komplett. Foto: Thomas Weinmüller (Foto: Thomas Weinmüller)
Mit einer flinken Hand ließen Matthias und Maresa Well (von links) sowie Alex Maschke den Bogen über ihre Geigen streichen. Erst durch das Cello, gespielt von Maria Well, sind die Nouwell Cousines komplett. Foto: Thomas Weinmüller (Foto: Thomas Weinmüller)
Mit einer flinken Hand ließen Matthias und Maresa Well (von links) sowie Alex Maschke den Bogen über ihre Geigen streichen. Erst durch das Cello, gespielt von Maria Well, sind die Nouwell Cousines komplett. Foto: Thomas Weinmüller (Foto: Thomas Weinmüller)

Der Name der Nouwell Cousines ist ein Wortspiel aus der französischen Vokabel „nouvels” für „die neuen”, dem berühmten Namen Well und dem Wort Cousinen. Bis auf Alexander Maschke sind die vier Musiker nämlich miteinander verwandt. Den Vierten im Bunde hat Christoph „Stofferl” Well, 63, bei seinem letzten Besuch in der Weilachmühle als den „adoptierten Well” bezeichnet. Damals sprach der Multi-Instrumentalist und „Derblecker” Stofferl Well von der „next generation” der Well-Familie, als er von seiner Tochter Maresa, 34, der Nichte Maria, 34, und deren Bruder Matthias, 30, sprach.

Dass die neue Generation sich alles andere als zu verstecken braucht, hat sie am Samstagabend erneut unter Beweis gestellt. Cellistin Maria Well, wie Matthias ein Kind von Michael Well, 64, hatte kürzlich bei einem Auftritt in der Abendschau des Bayerischen Rundfunks erwähnt, es sei bislang das „Alleinstellungsmerkmal” der vier, dass sie noch keine CD hatten. Aufgrund vieler Nachfragen bei ihren Auftritten hätten sie nun beschlossen, das zu ändern.

Dass sie das Projekt in der Weilachmühle angingen, ist kein Zufall. „Unser Onkel Berti hat jahrelang diese Wirtschaft und Kleinkunstbühne hier betrieben, wo auch Gerhard Polt und die ,First Generation' ihre Erfolge gefeiert haben”, berichtete Maria Well im Gespräch mit der AICHACHER ZEITUNG. Die Weilachmühle sei quasi so etwas wie das „Wohnzimmer der Wells”.

Auf den Namen „Boaznclassic” kamen die Musiker übrigens im Münchner Johanniscafé, wo sie ihre Freizeit oft verbringen. Klassik in der Kneipe könnte man das Projekt nennen. Und genau das unterscheidet die Nouwell Cousines von den Wellbrüdern und Wellküren. Steht bei ihren Vätern und Tanten vor allem das Kabarett und „Derblecken” der bayerischen Politik im Vordergrund, ist es bei den vieren das perfekte Beherrschen der Instrumente Geige (Matthias, Maresa und Alex) und Cello.

Natürlich kommen aber auch Anekdoten über die bayerische Kultur und Politik dabei nicht zu kurz und ergeben somit die perfekte Mischung mit dem Resultat der „Boaznclassic”.

Das Publikum in der Weilachmühle war begeistert von dem Abend, der ganz „wellüblich” mit einem kräftigen „Dreiholaro” begann, bei dem das Publikum kräftig mitklatschen und singen konnte. Ihr Können stellten die vier auch mit klassischen Stücken, etwa aus Ungarn, unter Beweis.

Wenn es nach den Nouwell Cousines geht, dann stammen die Wells nicht, wie von den Wellbrüdern immer wieder erzählt, aus Schottland, sondern von den „Tschelonen” ab, einem Stamm aus Amerika, der immer ein blaues Gras, das sogenannte Bluegras raucht, das aus einer Quelle stammt, auf englisch „well”. Über die „Boiznwirtin” und den Stammtisch im Johanniscafé hatte das Quartett genauso ein Lied parat wie über die „Beauty-Queen” von Oberschweinbach-West, in Thalhausen verkörpert durch Maresa Well mit schickem Nerz und Sonnenbrille. Ein Highlight war sicherlich ihre Version von „You raise me up” (im Original von Josh Groban), gespielt mit zwei Akkordeons und dem Cello.

Da Alexander Maschke, 34, ein Berliner ist, musste er auf der Bühne die bayerischen Gepflogenheiten lernen. Ein Zwiefacher wie der „Böhmische Wind” durfte also nicht fehlen.

Mit einem Lied über Susi, die Kellnerin im Johannisacafé, beendeten die vier Musiker einen hochwertigen und kurzweiligen Abend. Verlassen durften sie die Bühne aber nicht ohne eine Zugabe, einen deftigen Landler, mit einer Schuhplattleinlage von Maria und Matthias. Den Plattler tanzt Maresa Well normalerweise mit Cousine Maria. Die ist aber derzeit im sechsten Monat schwanger, wie sie verriet. Die Erschütterungen wolle sie dem Kind nicht antun, sagte Maria Well. Ja, die „next next Generation” der Wells ist schon unterwegs. Maresa Well als „Beauty-Queen” von Oberschweinbach-West

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