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Aichacher Zeitung LogoBeben beim FC Pipinsried: Rücktritt von Sportdirektor Lushi und dem sportlichen Leiter Maltas | Aichacher Zeitung

Der Jahresrückblick 2023 der Aichacher Zeitung
Veröffentlicht am 27.11.2023 21:04

Beben beim FC Pipinsried: Rücktritt von Sportdirektor Lushi und dem sportlichen Leiter Maltas

<b>Vor sieben Monaten</b> noch eine verschworene Gemeinschaft, seit Sonntagabend geht man nun getrennte Wege. Die sportlichen Chefs beim FC Pipinsried, Atdhedon Lushi (rechts) und Enver Maltas (Zweiter von links), sind mit sofortiger Wirkung zurückgetreten. Grund war für beide der massive Vertrauensverlust zur Vorstandschaft um Präsident Benny Rauch (links) und Finanzchef Josef Ankner (Zweiter von rechts). (Foto: David Libossek)
Vor sieben Monaten noch eine verschworene Gemeinschaft, seit Sonntagabend geht man nun getrennte Wege. Die sportlichen Chefs beim FC Pipinsried, Atdhedon Lushi (rechts) und Enver Maltas (Zweiter von links), sind mit sofortiger Wirkung zurückgetreten. Grund war für beide der massive Vertrauensverlust zur Vorstandschaft um Präsident Benny Rauch (links) und Finanzchef Josef Ankner (Zweiter von rechts). (Foto: David Libossek)
Vor sieben Monaten noch eine verschworene Gemeinschaft, seit Sonntagabend geht man nun getrennte Wege. Die sportlichen Chefs beim FC Pipinsried, Atdhedon Lushi (rechts) und Enver Maltas (Zweiter von links), sind mit sofortiger Wirkung zurückgetreten. Grund war für beide der massive Vertrauensverlust zur Vorstandschaft um Präsident Benny Rauch (links) und Finanzchef Josef Ankner (Zweiter von rechts). (Foto: David Libossek)
Vor sieben Monaten noch eine verschworene Gemeinschaft, seit Sonntagabend geht man nun getrennte Wege. Die sportlichen Chefs beim FC Pipinsried, Atdhedon Lushi (rechts) und Enver Maltas (Zweiter von links), sind mit sofortiger Wirkung zurückgetreten. Grund war für beide der massive Vertrauensverlust zur Vorstandschaft um Präsident Benny Rauch (links) und Finanzchef Josef Ankner (Zweiter von rechts). (Foto: David Libossek)
Vor sieben Monaten noch eine verschworene Gemeinschaft, seit Sonntagabend geht man nun getrennte Wege. Die sportlichen Chefs beim FC Pipinsried, Atdhedon Lushi (rechts) und Enver Maltas (Zweiter von links), sind mit sofortiger Wirkung zurückgetreten. Grund war für beide der massive Vertrauensverlust zur Vorstandschaft um Präsident Benny Rauch (links) und Finanzchef Josef Ankner (Zweiter von rechts). (Foto: David Libossek)

Mit der vorweihnachtlichen Ruhe ist's beim FC Pipinsried mit einem Schlag vorbei. Und das hat nichts mit der 0:1-Niederlage vom vergangenen Samstag beim neuen Bayernliga-Spitzenreiter Schwaben Augsburg zu tun. Die Bombe platzte am Montagmorgen, als das Fußballportal fupa vom „großen Knall” beim Dorfklub berichtete. Denn am Sonntagabend sind Sportdirektor Atdhedon Lushi und Sportlicher Leiter Enver Maltas mit sofortiger Wirkung von ihren Ämtern zurückgetreten. Gerade einmal eine Woche nach der Pokalsensation gegen 1860 München, die bundesweit für großes Aufsehen sorgte, produziert nun der FCP negative Schlagzeilen. „1860 2.0”, vergleichen Spötter die Vorgänge beim Dorfklub mit denen des Traditionsvereins von der Grünwalder Straße.

„Darüber habe ich nicht einmal eine Nacht schlafen müssen”, erklärt Lushi hörbar enttäuscht. „Die Entscheidung ist auch nicht aus der Emotion heraus gefallen”, fügt Maltas hinzu. Beide, die vor etwas mehr als einem Jahr beim FCP zunächst als Interimstrainer einsprangen und dann ab April die sportliche Leitung bei den Gelb-Blauen übernahmen, erklärten ihren Rücktritt mit einem „massiven Vertrauensverlust zur Vorstandschaft”. Sie sprechen davon, dass die Klubführung des Fünftligisten um Präsident Benny Rauch und Kassier Josef Ankner in der vergangenen Woche hinter ihrem Rücken bei einem gemeinsamen Essen mit dem designierten neuen Geschäftsführer der GmbH, Hans-Jürgen Schreier, Gespräche mit Cheftrainer Martin Weng ob einer Vertragsverlängerung geführt habe (bei diesem Treffen war zudem Wengs Assistent Johannes Müller dabei, nicht aber der zweite Co-Trainer Ludwig Räuber). Bei diesem soll es nach Informationen der beiden jetzt ehemaligen sportlichen Leiter auch bereits zu einer mündlichen Einigung gekommen sein. „Das macht aus meiner Sicht eine weitere Zusammenarbeit unmöglich”, betont Lushi, schließlich fielen sportliche Entscheidungen in seinen und Maltas' Aufgabenbereich. Es stellt sich die Frage, warum Lushi und Maltas über diesen Termin nicht informiert, geschweige denn zu diesem Treffen nicht eingeladen wurden?

Rauch legt dagegen in seiner Darstellung großen Wert darauf, dass es sich am vergangenen Mittwoch keinesfalls um ein Vertragsgespräch gehandelt habe. Vielmehr wollte er mit dem Essen Weng („Ein Glücksfall. Dem Verein hätte nichts Besseres passieren können”/Rauch) die Wertschätzung für seine Arbeit beim FCP zukommen lassen. Der FCP-Chef hatte jedenfalls nach diesem Treffen ein sehr gutes Gefühl. Anscheinend wurde bei dieser Zusammenkunft aber nicht nur über Wengs gute Arbeit gesprochen. Denn der 38-Jährige steht einem weiteren Engagement beim Dorfklub über diese Spielzeit hinaus positiv gegenüber, verwies aber darauf, dass die beiden sportlichen Leiter natürlich mit ins Boot geholt werden müssen, bevor etwas schriftlich fixiert werde.

Dabei gab es in der Trainerpersonalie überhaupt keine unterschiedlichen Meinungen zwischen Klub und sportlicher Leitung. Maltas hatte mit Weng für diese Woche ein Gespräch vereinbart, mit dem Ziel, den Vertrag mit diesem zu verlängern. „Der Trainer stand auch nie zur Debatte”, betont Lushi. Und Maltas ergänzt: „Für uns stellte sich die Trainerfrage erst gar nicht. Martin Weng war unsere Wunschlösung Nummer eins.”

War es „nur” ein Kommunikationsproblem oder steckt vielleicht doch mehr dahinter? Es gibt doch so manche Ungereimtheiten zwischen dem Inhalt der Pressemitteilung, die der Verein gestern kurz nach 15 Uhr verschickte, und den Aussagen von Lushi und Maltas. Sie wollen „keine schmutzige Wäsche” waschen, betonen beide. „Ich habe zu diesem Verein weiterhin eine emotionale Verbundenheit”, sagt Lushi, einer der Regionalliga-Aufstiegshelden von 2017. Dass aber, wie in dem Schreiben behauptet wird, bis zum heutigen Zeitpunkt dem Vorstand kein Konzept für die fußballerische Zukunft des FC Pipinsried vorläge, wollte Maltas dann nicht stehen lassen. Er verweist darauf, dass er bereits Gespräche mit Spielern aus dem aktuellen Kader sowie potenziellen Neuzugängen geführt hätte. Der 31-Jährige bestätigte indes, dass er, wie es weiter heißt, mit einem anderen Verein verhandelt hat. „Ich hatte aber den Verein davon in Kenntnis gesetzt”, sagt Maltas. Gespräche zwischen dem FCP und ihm über eine weitere Zusammenarbeit wurden bereits geführt.

Rauch, der großen Wert darauf legt, Probleme in persönlichen Gesprächen zu erörtern, bedauert, dass es dazu mit Lushi und Maltas nicht gekommen ist. Er sei sogar „schockiert” über deren Rücktritt gewesen. Schließlich habe man nach dem unrühmlichen Abstieg im vergangenen Frühjahr aus der Regionalliga die „Talsohle zusammen durchgestanden”, so Rauch. In den vergangenen Monaten war der Verein mit der „sportlichen Entwicklung sehr zufrieden”, wie der Präsident weiter erklärt. Der FCP kam wieder in ruhigeres Fahrwasser, auch wenn für Weng selbst die aktuelle Platzierung (Rang acht) nicht das ist, „was wir uns alle vorgestellt haben”. Doch aufgrund des „brutalen Verletzungspechs” (Weng) seit Saisonbeginn sei man eben unter den Möglichkeiten geblieben, so der Pipinsrieder Trainer.

Statt besinnlicher Tage muss der Verein baldmöglichst einen neuen sportlichen Leiter installieren, der die wichtige Personalie, Wengs Vertragsverlängerung, unter Dach und Fach bringt.


Von Herbert Walther

Sportredakteur

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