Die drei Brüder stecken gerade sehr intensiv in den finalen Proben für das neue Programm von Gerhard Polt an den Kammerspielen in München, das Ende des Monats Premiere haben wird. Deshalb, berichtet Stofferl Well, hatten einige neue Stücke in Thalhausen ihre Erstaufführung.Ihre Bissigkeit, Intensität und dauerhafte Abneigung gegen die CSU haben die Well-Brüder nicht verloren. Auch dürfen aktuelle Themen wie Klimawandel, Lützerath, Inflation und Corona-Bewältigung nicht fehlen. Der Einzug in das „Wohnzimmer” der Familie Well fand standesgemäß mit Dudelsack (Stofferl), Tuba (Michael) und Quetschn (Karli) unter tosendem Applaus des ausverkauften Saales in der Weilachmühle statt.Danach ging gleich der politische und gesellschaftliche Rundumschlag los und die Firma Rupp Rohre Rohrbach spielte dabei durchgehend eine Rolle. Sie sei zum „Global Player” im Verlegen von Wasserleitungsrohren aufgestiegen und plane schon eine „Weihwasserpipeline” von Andechs über Altötting bis hin nach Lourdes.Um die Corona bedingten Ausfälle von Konzerten zu kompensieren, hätten sie sich in den letzten Monaten verstärkt als sogenannte Beerdigungsbläser engagiert. „Wenn wir mit den Instrumenten durchs Dorf gezogen sind, haben die Leute schon gewusst, dass wieder einer gestorben ist”, so Stofferl in seinen Ausführungen. „Wir sind sturmerprobt wie auf der Titanic und sogar eine Dachlawine am Leichenhaus in Wollomoos konnte uns vom Weiterspielen nicht abhalten”, führten Michael und Stofferl weiter aus. Da ihnen die Ursprungsversion des Trauerliedes „Der gute Kamerad” zu langweilig wurde, haben sie eigens eine Barock-Version geschrieben, die das Publikum in Thalhausen zu hören bekam.Auch ein Auszug aus den „Corona-Lesungen”, die sie fortwährend im Internet veröffentlicht haben, durfte an diesem Abend nicht fehlen; der „Allmächtige” Söder und die gesamte CSU kamen dabei mit ihrer Asyl- und Corona-Politik nicht gut weg. Auch das Thema Missbrauch in der katholischen Kirche wird sich wohl zu einer „Dauerwelle” entwickeln. Aber auch dem lieben Gott scheint das egal zu sein, denn aus dieser Kirche sei er ja schon längst ausgetreten. Söders Kabinett träume unterdessen von der ersten bayerischen Mission ins All. An Bord werde ein Betonmischer sein, um auch die Milchstraße noch „zuzupflastern”.Zwischen den politischen und gesellschaftlichen „Nettigkeiten” zeigten Stofferl, Karli und Michael ihre Fertigkeiten an den diversen Blas-, Streich- und Zupfinstrumenten. Der Brummtopf, die Drehleier und natürlich die „kleinen” Instrumente für die Stubenmusi, die Alphörner, durften dabei nicht fehlen. Sogar fremde Kulturen sind ihnen ganz nah: Karli führte einen Bauchtanz auf der Kleinkunstbühne der Weilachmühle vor.