Der Jahresrückblick 2023 der Aichacher Zeitung
Veröffentlicht am 21.05.2024 19:32

Augsburger Surfwelle im Testbetrieb

Noch in diesem Jahr sollen sich alle Vereinsmitglieder auf die Welle stellen dürfen. Bisher laufen nur Tests. Ab wann auch Gäste surfen können, ist noch nicht klar. (Foto: Sebastian Harjung)
Noch in diesem Jahr sollen sich alle Vereinsmitglieder auf die Welle stellen dürfen. Bisher laufen nur Tests. Ab wann auch Gäste surfen können, ist noch nicht klar. (Foto: Sebastian Harjung)
Noch in diesem Jahr sollen sich alle Vereinsmitglieder auf die Welle stellen dürfen. Bisher laufen nur Tests. Ab wann auch Gäste surfen können, ist noch nicht klar. (Foto: Sebastian Harjung)
Noch in diesem Jahr sollen sich alle Vereinsmitglieder auf die Welle stellen dürfen. Bisher laufen nur Tests. Ab wann auch Gäste surfen können, ist noch nicht klar. (Foto: Sebastian Harjung)
Noch in diesem Jahr sollen sich alle Vereinsmitglieder auf die Welle stellen dürfen. Bisher laufen nur Tests. Ab wann auch Gäste surfen können, ist noch nicht klar. (Foto: Sebastian Harjung)

Viele Surfbegeisterte in Augsburg und Umgebung können es kaum erwarten, dass die künstliche Welle im Senkelbach fertig wird. Die Verantwortlichen vom Verein Surffreunde Augsburg bitten jedoch noch um etwas Geduld. Zurzeit werde die Welle von Vereinsmitgliedern getestet. Durch eine ausgeklügelte Technik kann das am Bachgrund eingebaute Strömungshindernis und damit das Profil der Welle verändert werden. Wie das Wasser genau reagiert auf unterschiedliche Einstellungen, könne nicht bis ins Detail berechnet werden. Daher seien die Testläufe notwendig.

An der Vorrichtung zum Verstellen der Welle haben die beteiligten Ingenieure lange getüftelt, bis eine Technik entwickelt war, die robust genug für einen ganzjährigen Betrieb ist. Dank der Kraftübertragung mittels Seilwinden kann die schwere Anlage ohne Motor bewegt werden. Die Welle kann für unterschiedliche Nutzungen, sogar für Surfkurse mit Kindern, eingestellt werden. Es ist auch möglich, die Welle so weit abzuflachen, dass nicht mehr darauf gesurft werden kann. So wird unbefugtes Surfen verhindert. Parallel zu den Tests laufen die Bauarbeiten weiter, teilt der Verein auf Nachfrage mit. Damit Surfer, Kajakfahrer, Bodyboarder und Wakeboarder gefahrlos aufs Wasser kommen, werden ein auf Stahlträgern liegender Holzsteg mit Geländer und Handläufen über den Bach gebaut sowie von beiden Ufern aus Treppen zum Steg. Danach werden Sicherheitsvorrichtungen angebracht. Dazu gehören Stangen am Ufer, an denen man sich bei ersten Balancierversuchen auf dem Brett festhalten kann, Prallschutzmatten an den Ufermauern und Sicherungsseile.

Anders als in München wird in Augsburg nicht auf eigene Gefahr gesurft

Anders als auf der natürlichen Welle im Eisbach im Münchner Englischen Garten, wo man auf eigene Gefahr surft, wird es sich bei der Augsburger Surfwelle um eine Sportstätte handeln, für deren Sicherheit der Betreiber die Verantwortung trägt. Sie wird nur zu bestimmten Öffnungszeiten unter der Aufsicht von ausgebildetem Personal genutzt werden können. Geplant ist ein digitaler Terminkalender, um eine Überfüllung der Welle zu vermeiden. Seit einigen Wochen werden Vereinsmitglieder zu Wellenwärterinnen und Wellenwärtern ausgebildet. Sie sollen später die Aufsicht übernehmen, außerdem die Anlage bedienen und auch Kurse anbieten. Nach Abschluss der Ausbildung soll mit Vereinsmitgliedern der Betrieb geübt werden. „Sicherheit steht für uns an erster Stelle, deswegen wollen wir uns nicht durch die Bekanntgabe eines Eröffnungstermins zeitlich unter Druck setzen”, sagt Till Geier vom Vorstand des Vereins. Die Öffnung für Vereinsmitglieder werde sicherlich noch in diesem Jahr stattfinden. Ob die Anlage in diesem Jahr auch für Gäste geöffnet werden könne, sei allerdings ungewiss.

Die Idee für den Bau einer Surfwelle reifte schon vor rund zehn Jahren unter Augsburger Surfern heran. Ein geeigneter Standort konnte im wasserreichen Augsburg problemlos gefunden werden. Der Senkelbach fließt nahe dem Plärrergelände mit relativ hoher Geschwindigkeit zwischen Betonwänden. Der Bach hat in diesem Abschnitt die gut geeignete Tiefe von rund 1,40 Metern. Gleichzeitig ist er so breit, dass neben der acht Meter breiten Welle noch ein Vorbeifluss gebaut werden konnte, durch den Schwankungen des Wasserzuflusses ausgeglichen werden können. Die Stelle ist gut erreichbar, die Tram 4 hält direkt gegenüber.

Der größte Schritt des Bauvorhabens wurde vor einem Jahr geschafft. Als der Bach im April 2023 für Reinigungsarbeiten trocken gelegt war, wurde auf das Bachbett eine künstliche Gewässersohle aus Beton gelegt. Diese Sohle ist so geformt, dass das Wasser über einer Rampe beschleunigt wird. Darüber wurde ein Strömungshindernis aus Stahl montiert, über dem das Wasser eine stehende Welle bildet. Dieses Hindernis kann gedreht und verschoben werden, um die Form der Welle zu verändern. Die Betonfertigteile wurden aus recyceltem Bauschutt mit einer Bewehrung aus Carbon hergestellt. Dank des Carbons sind die Teile wesentlich dünner als es mit Stahlbewehrung möglich wäre.

Die Kosten liegen unter denen vergleichbarer Anlagen. Der Freistaat unterstützt das Projekt mit bis zu 180.000 Euro, die Stadt mit bis zu 90.000 Euro, je nachdem, wie hoch die Gesamtkosten am Ende sein werden. Trotzdem weist die Finanzierung eine fünfstellige Lücke auf, die durch Spenden geschlossen werden soll.


Von Ute Blauert
north