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Wind im Vorbescheid

Hohenzell/Friedberg – Jetzt wird es ernst mit den Windrädern: In den Landratsämtern Aichach-Friedberg und Dachau liegen die ersten beiden Vorbescheidsanträge vor. Sie betreffen die Standorte Bachern bei Friedberg und den Adelzhausener Forst bei Hohenzell.

In beiden Fällen hat die Firma Uhl die entsprechenden Anträge eingereicht. Sie will drei Anlagen in Bachern und fünf im Wald zwischen Hohenzell und Odelzhausen errichten. Die exakten Standorte sind nicht bezeichnet, für einen Vorbescheid reicht es, den Umgriff des in Frage kommenden Areals einzuzeichnen, wie Stefan Renner, Abteilungsleiter Umwelt im Landratsamt Aichach-Friedberg, erklärt. Die Bürgerinitiative „Unser Wald“, die sich seit dem Bekanntwerden des Vorhabens gegen Windräder im Adelzhausener Forst wehrt, zeigt sich von dem Vorgehen brüskiert. Vertreter der Initiative haben im Landratsamt Dachau, wo der Antrag schon Anfang August einging, die Unterlagen eingesehen.

Die genauen Standorte hat das Unternehmen als „Betriebsgeheimnis“ deklariert, wie die Bürgerinitiative feststellte. Neu sei, dass die Firma Windräder aufstellen wolle, die bis zur Rotorblattspitze 189 Meter hoch sein werden. Bisher wurde ausschließlich von Windkraftanlagen mit 108 Meter Nabenhöhe und einer Gesamthöhe von 150 Meter gesprochen.

Die Landratsämter haben drei Monate Zeit, um die Vorbescheidsanträge zu prüfen. Wenn Unterlagen fehlen, kann diese Frist verlängert werden. Auch die betroffenen Kommunen werden beteiligt. Am Ende zeigt sich, ob das Projekt grundsätzlich denkbar ist oder nicht. Danach muss auf jeden Fall noch ein konkreter Bauantrag eingereicht werden.

Mit dem Antrag auf Vorbescheid kommt die Firma Uhl dem Gemeinderat Odelzhausen zuvor. Denn ein entsprechender Flächennutzungsplan, in dem die Standorte für Windkraftanlagen klar definiert werden sollen, liegt noch nicht vor, wird aber zurzeit von einem Aichacher Planungsbüro erstellt. Im Laufe des Septembers sollten die Ergebnisse vorgestellt werden. Der Gemeinde bleibt nun die Möglichkeit, beim Landratsamt einen „Antrag auf Aussetzung des Baugesuches“ zu stellen, um bei der Aufstellung der Windräder mitreden zu können. Odelzhausen ist neben Pfaffenhofen/Glonn die einzige der 17 Gemeinden des Dachauer Landes, die sich nicht dazu durchringen konnte, einen landkreisweiten Flächennutzungsplan für Windkraft anzugehen. Das Thema soll aber noch einmal im Gemeinderat besprochen werden.

Das Projekt der Firma Uhl in Baar – das erste, das seinerzeit das Thema Windkraft im Wittelsbacher Land aufbrachte – ruht derzeit. Dort waren bis zu neun Windräder angedacht, bei einem Bürgerentscheid sprachen sich 60 Prozent der Bevölkerung gegen die Anlagen aus.

Von Horst Kramer und Carina Lautenbacher


Veröffentlicht am 06.09.2011 17:36 Uhr


 

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